In Zeebrugge haben rund 500 Menschen einen Schweigemarsch abgehalten, um Herwin (56) zu gedenken, dem Mann, der letzte Woche auf offener Straße von zwei russischen Fernfaahrern zu Tode geprügelt wurde. Die Teilnehmer gingen die Route entlang, die das Opfer kurz vor dem Angriff mit seiner Frau zurückgelegt hatte.
Rund 500 Menschen gedachten in Zeebrügge dem Mann, der letzte Woche auf offener Straße zu Tode geprügelt wurde
Es war nicht nur eine Mahnwache für den 56-jährigen Mann, sondern auch ein stiller Protest gegen sinnlose Gewalt. Der Ort, an dem sich das Drama ereignete, liegt in der Nähe des Hafens, wo sich viele LKW-Fahrer aufhalten. Viele Teilnehmer wünschen sich, dass mehr Polizisten nach Zeebrugge kommen, aber die seien bereits vor Ort, sagte Bürgermeister Dirk De fauw, der ebenfalls an dem Schweigemarsch teilnahm (siehe weiter unten).
Während eine Pressekonferenz gaben auch die Organisatoren an, dass vor allem an Wochenenden mehr Polizisten in der Hafenumgebung von Zeebrügge eingesetzt werden müssten. Für beunruhigend halten sie auch die Situation der Lkw-Fahrer. Viele - vor allem ausländische - Lkw-Fahrer sind gezwungen, ihr Wochenende hier zu verbringen. Auf dem Gelände, wo die Lastwagen stehen, wird ihnen nicht viel geboten, daher bemerken die Anwohner viele Unannehmlichkeiten: Trunkenheit, Müll und gelegentlich Schlägereien. Die Organisatoren wollen, dass dies ein Ende hat. Nicht nur für die Nachbarschaft, sondern auch für die LKW-Fahrer selbst.
Die beiden des Mordes verdächtigten Männer werden in Polen verhört. Dort wurden sie nach einer Verfolgungsjagd auf der Autobahn festgenommen. Es handelt sich um 2 russische Lkw-Fahrer im Alter von 33 und 45 Jahren, die in Europa leben und arbeiten. Der Ältere hat bereits seine Schuld gestanden, der Jüngere weist jede Beteiligung an der Tat von sich und beharrt darauf, dass er nicht an dem Mord beteiligt war. Belgien hat die Auslieferung der beiden Russen bei der polnischen Justiz beantragt.
Brügges Bürgermeister schloss sich am Donnerstag dem stillen Marsch gegen Gewalt an
Das Viertel „Strandwijk“ in Zeebrügge liegt am Strand und grenzt an den Hafen. Da Zeebrügge ein Transporthafen ist, kommen viele Lastwagen hierher, so Bürgermeister Dirk De fauw (CD&V): „Wir stellen fest, dass viele Fahrer am Wochenende in Zeebrügge in ihrem Lastwagen bleiben. Die Fahrer - meist osteuropäischer Herkunft - machen dann natürlich einen Spaziergang und landen im Viertel. Es ist inakzeptabel, was dort passiert ist“, so der Bürgermeister weiter: „Natürlich wissen wir nicht, was die Diskussion ausgelöst hat. Auf jeden Fall ist es in keiner Weise gerechtfertigt, Menschen zu schlagen und zu treten. Aber wir sollten aus dieser einmaligen Tat nicht schließen, dass es in diesem Viertel von Zeebrügge jetzt völlig unsicher ist. Dies ist kein degeneriertes Viertel. Es gibt keinen Leerstand, hier leben viele Leute und auch solche mit Zweitwohnsitz. Und es ist lange her, dass hier etwas Ernstes passiert ist. Daher muss es jetzt keine permanente polizeiliche Überwachung geben.“
Zusätzliche Unterkunft erforderlich
„Die Hafenbehörde verfügt bereits über einen großen Parkplatz mit sanitären Einrichtungen im Hafengebiet. Für die Verkehrszone aus der diese 2 Lkw-Fahrer möglicherweise kamen, wurde der flämischen Regierung ein Revitalisierungsprojekt um Zuschüsse zu erhalten mit der Absicht vorgelegt, u.a. den Fahrern mehr Einrichtungen zur Verfügung zu stellen. Außerdem wird weiter im Hinterland des Hafens eine neue Tankstelle gebaut, mit einem großen zusätzlichen Parkplatz für LKWs. "
Auch die Hafenunternehmen von Zeebrügge wollen, dass schnell mehr Parkplätze für Lkw geschaffen werden. Die aktuellen Parkplätze in der Verkehrszone sind veraltet, zu klein und bieten den Lkw-Fahrern zu wenig Komfort.

