Die beiden Verdächtigen des Mordes an einem 56-jährigen Mann in Zeebrugge am vergangenen Freitag sind festgenommen worden. Sie wurden am Dienstagabend von der polnischen Polizei auf einer Autobahn in Polen gestellt, wie ein Video r(weiter unten) der Ermittlungsbehörden zeigt. Es handelt sich um zwei Männer, die 1980 und 1992 geboren wurden und die russische Staatsangehörigkeit haben. Der Zugriff erfolgte aufgrund einer Kooperation von verschiedenen europäischen Polizeidiensten.
Zwei Verdächtige, die in Zeebrügge einen Mann auf offener Straße erschlagen haben, in Polen festgenommen
Die beiden Verdächtigen wurden von der polnischen Polizei an einer Autobahn in Polen festgenommen. Seit der europaweiten Verbreitung eines Fahndungsaufruf am vergangenen Sonntagnachmittag sind mehr als 100 Hinweise bei der Polizei eingegangen. Die Tipps enthielten wertvolle Informationen.
Der Zugriff erfolgte nach einem internationalen Austausch von Daten und Informationen, denn dadurch konnten die Verdächtigen identifiziert und lokalisiert werden. Die Bundespolizei von Westflandern hat unter der Leitung des Ermittlungsrichters in Brügge in den vergangenen vier Tagen an dem Fall gearbeitet und dabei alle notwendigen Personen und Ressourcen eingesetzt, um die Verdächtigen international aufzuspüren. Das hat sich jetzt ausgezahlt.
Die Festnahme der beiden Verdächtigen ist das Ergebnis einer besonders intensiven und effizienten Zusammenarbeit zwischen Europol und mehreren europäischen Polizeikräften, hieß es dazu. Ohne diese Kooperation wäre eine schnelle Festnahme nicht möglich gewesen. Der Ermittlungsrichter in Brügge hat inzwischen das Verfahren zur Überstellung der Verdächtigen an die belgische Justiz eingeleitet.
Verfolgungsjagd in Polen
Die Festnahme glang am Dienstagabend um 21:30 Uhr, als Beamte der polnischen Polizei an der Autobahn A2 in der Nähe der Gemeinde Skierniewice, etwa 80 km von Warschau entfernt, die beiden Gesuchten fassen konnte. Auffällig: Die beiden wurden in einem Personenkraftwagen abgefangen, nicht in einem Lastwagen. Nach Angaben der Polizei von Łódź hatte es vor der Festnahme eine Verfolgungsjagd gegeben, die mit einer Straßenblockade endete (siehe Video hierunter).
VRT NWS-Informationen zufolge wusste die Polizei in Polen sehr schnell, wer die Gesuchten waren und auf welches Nummernschild sie achten musste. Möglicherweise wurden sie dann in Polen über eine APNR-Verkehrskamera gesichtet und lokalisiert. Es handelt sich tatsächlich um Lkw-Fahrer - zwei Russen, die für ein europäisches Unternehmen arbeiteten und die auch in Europa lebten.
Auf offener Straße erschlagen
Am Freitagabend hatten die beiden Verdächtigen einen 56 Jahre alten Mann auf offener Straße erschlagen. Zuvor gab es offenbar einen Streit in einem Nightshop. Nach dem das Opfer, das auf dem Heimweg von einer Veranstaltung in Zeebrügge kam, diesen Laden verlassen hatte, wurde es von den beiden Männern verfolgt, angegriffen und verprügelt. Der Mann starb noch am Tatort an den Folgen der Verletzungen.
Die Polizei nahm die Fahndung nach den beiden Verdächtigen sofort auf. Es wurde davon ausgegangen, dass es sich bei den mutmaßlichen Tätern um LKW-Fahrer aus Osteuropa handeln könnte. Mit Fahndungsfotos, die aus Bildern einer Überwachungskamera stammen, und mit Zeugenaussagen sowie der Befragung von LKW-Fahrern auf einem Lastwagenparkplatz in Zeebrügge wurde die Suche nach den beiden Männern eingeleitet.


