Der französische Eisenbahnhersteller Alstom, der u.a. ein Werk in Brügge betreibt, gibt seinen Kampf um einen Großauftrag für neue Züge für die belgische Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB nicht auf. Der belgische Staatsrat wird erneut die Entscheidung der NMBS prüfen, den milliardenschweren Auftrag an den spanischen Konkurrenten CAF zu vergeben.
Alstom geht erneut juristisch gegen die Auftragsvergabe der belgischen Bahn an den spanischen Hersteller CAF vor
Alstom (früher Bombardier bzw. La Brugeoise et Nivelles) bestätigte diese Woche, dass das Unternehmen seine rechtlichen Schritte fortsetzt. „Wir machen unsere Rechte vor dem Staatsrat geltend“, sagte Alstom-Belgien-Sprecherin Caroline Courtin gegenüber der Nachrichtenagentur Belga, ohne weitere Details zu nennen.
Im Februar hatte die NMBS CAF als bevorzugten Bieter für bis zu 600 neue Reisezüge benannt. Der Staatsrat setzte diese Entscheidung jedoch aus, da er das Verfahren für nicht transparent genug hielt. Ende Juli bekräftigte die NMBS ihre Entscheidung für CAF und erklärte, dass die spanische Firma nach erneuter Berechnung weiterhin der beste Kandidat sei, vor Alstom und vor dem deutschen Konkurrenten Siemens.
Der Auftrag ist entscheidend für die Modernisierung der belgischen Eisenbahn, deren Ziel es ist, veraltete Fahrzeuge zu ersetzen und bis 2032 mindestens 54.000 neue Sitzplätze für Fahrgäste zu schaffen.
Die Gewerkschaften befürchten, dass der Verlust des Auftrags die Zukunft des Alstom-Standorts in Brügge gefährden könnte. Am Montag legten einige Mitarbeiter kurzzeitig die Arbeit nieder, um von der Geschäftsleitung Klarheit zu verlangen. Nach Gesprächen wurde die Arbeit wieder aufgenommen.
Eine erneute Anhörung vor dem Staatsrat in diesem Fall ist für den 29. August angesetzt. Eine Entscheidung wird einige Wochen später erwartet.
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