Die Staatsanwaltschaft Brüssel hat eine Untersuchung wegen möglicher Einflussnahme bei ING Belgien im Geldwäschefall um den früheren Bundespolitiker und EU-Kommissar Didier Reynders eingeleitet, wie die frankophone Tageszeitung Le Soir meldet.
Ermittlungen: Half die ING-Bank in Belgien dem Ex-EU-Kommissar Reynders bei der Geldwäsche?
Dabei geht es konkret um die Frage, ob und wie die Bank ihren prominenten Kunden Didier Reynders bedient hat. Gegen den früheren MR-Spitzenpolitiker und EU-Kommissar wird wegen Geldwäsche ermittelt. Er und seine Frau sollen zwischen 2008 und 2018 rund 700.000 € in Bar auf ein ING-Konto eingezahlt haben.
Ab 2018 hatten Reynders und seine Frau überdies hohe Summen an Bargeld in Lotto- und Glücksspiel investiert und die entsprechenden Gewinne ebenfalls in Bar bei der ING eingezahlt. Die Bank meldete diese Einzahlungen aber erst 2023 der Geldwäschebehörde CFI. In Belgien sind Banken dazu verpflichtet, verdächtige Transaktionen zu melden und bei prominenten Kunden ist sogar eine verschärfte Kontrolle erforderlich, nicht zuletzt wegen der Möglichkeit von Korruption.
Seit Juli werden mehrere ehemalige und aktuelle Führungskräfte von ING Belgien von der Zentralstelle für Korruptionsbekämpfung (CDBC) als Verdächtige vorgeladen und verhört. Darunter sind auch ein ehemaliger und der aktuelle CEO der belgischen ING-Filiale. Untersucht wird, ob Reynders von seiner Bank zumindest zeitweise geschützt wurde.
Die Bank will sich zu den Vorgängen und Vorwürfen nicht äußern und macht keine Angaben dazu.

