Die Brüsseler Obdachlosen-Organisation Samu-Social hat am Montag fast 100 Personen aus etwa 25 Familien eine Aufnahme verweigern müssen, da man ihnen keine Platz anbieten konnte. Dies nennt Samu-Social einen „traurigen Tagesrekord“.
Das Flüchtlings- und Obdachlosen-Problem in Brüssel wird immer dramatischer
Nach Angaben der Organisation ist die Situation für Flüchtlinge und Asylsucher in der belgischen Hauptstadt dramatisch und die Mitarbeiter stünden vor unmöglichen Entscheidungen, die sie dazu noch sofort fällen müssen, nämlich die, welche Familie ein Dach über dem Kopf bekommt und welche nicht.
Die Lage droht noch schwieriger zu werden, denn eine neue Regelung der belgischen Bundesregierung sorgt dafür, dass die Bundesagentur für Asyl und Einwanderung - Fedasil – bestimmte Asylsucher von vorne herein von Aufnahme und Unterbringung ausschließt.
Die Politik bietet keine Lösungen
„Doch diese Familien verschwinden nicht einfach“, warnt Sébastien Roy von Samu-Social: „Sie bleiben völlig ungeschützt in Brüssel und suchen Hilfe in ohnehin überlasteten Einrichtungen.“
Die Hilfsorganisation kritisiert, dass die Politik auf die Migrationsfrage bislang weder humane noch strukturelle Antworten gefunden habe. Dies treibe die Betroffenen in verzweifelte Situationen. Ganze Familien würden unter freiem Himmel oder in Metro-Stationen schlafen, Flüchtlinge würden leerstehende Gebäude besetzen und um zu überleben müssten sie betteln oder gar stehlen.

