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Verschärfte Asylregeln: Familien mit Kindern landen wieder auf der Straße

Nach der Verschärfung der belgischen Asylpolitik sind erstmals wieder Familien mit kleinen Kindern gezwungen, auf den Straßen von Brüssel zu übernachten. Das berichtet die flämische Flüchtlingshilfsorganisation Vluchtelingenwerk Vlaanderen. Der Verein betreute am Mittwoch eine afghanische Familie mit drei Kindern, die keine Unterkunft mehr erhielt.

BRUZZ Martina Luxen
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Die neuen Maßnahmen gelten seit Anfang August. Asylsuchende, die bereits in einem anderen EU-Land Schutz erhalten, werden nicht mehr aufgenommen. Die belgische Asyl- und Migrationsministerin Anneleen Van Bossuyt (flämische Nationalisten, N-VA) will damit dem sogenannten „Asyl-Shopping“ ein Ende setzen.

Kritik von Hilfsorganisationen

Vluchtelingenwerk Vlaanderen kritisiert die Regelung als „unüberlegt“ und „grausam“. Viele Betroffene hätten zwar in Ländern wie Griechenland bereits Schutzstatus erhalten, seien dort jedoch vom Arbeitsmarkt, Wohnraum und Bildung ausgeschlossen. Ihre Lage sei ausweglos, was sie zur Weiterreise zwinge.

„Es ist unvorstellbar, dass eine Familie mit Kindern im Alter von ein bis drei Jahren auf der Straße schlafen muss“, sagt Tine Claus, Direktorin der Organisation. Eine Mitarbeiterin schilderte, wie sie die Familie später auf der Straße sah – die Mutter versuchte, ihre Kinder vor dem Verkehr auf der Brüsseler Stadtautobahn zu schützen.

Ministerin verteidigt Kurs

Ministerin Anneleen Van Bossuyt betonte, dass die Regierung gerade vermeiden wolle, dass Familien mit Kindern auf der Straße landen. Deswegen halte sie an der Maßnahme fest. Die bisherigen Regeln seien zu lax gewesen. Dadurch habe Belgien habe unverhältnismäßig viele Schutzsuchende aufgenommen, die eigentlich in anderen EU-Staaten bleiben sollten.

„Das gefährdet das gesamte Aufnahmesystem“, so Van Bossuyt. Die neuen Maßnahmen sollen den Zugang für jene sichern, die tatsächlich Anspruch auf Schutz haben. Ein freiwilliger Rückkehrmechanismus bleibe weiterhin möglich.

Keine Plätze mehr verfügbar

Laut Vluchtelingenwerk Vlaanderen sind Notunterkünfte wie Samusocial bereits ausgelastet. Die afghanische Familie konnte bis Donnerstag keine Unterkunft finden. Mindestens zwei weitere Familien seien betroffen. Die Organisation beobachtet, dass sich neben alleinstehenden Männern nun auch Familien mit Kindern an ihre juristischen Beratungsstellen wenden.

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