Ab dem 1. Juni 2026 müssen in Belgien auch Zigarillos, Zigarren, Zigarettenblättchen, Filter, Zigarettenhülsen und alle anderen mit dem Rauchen verbundenen Produkte den Regeln für Standardverpackungen für Tabakwaren entsprechen. Bundesgesundheitsminister Frank Vandenbroucke (Vooruit) will damir verhindern, dass die Tabakhersteller andere Produkte nutzen, um für ihre Marken zu werben.
Wieder neue Tabakregeln in Belgien: Standardverpackung für alle Produkte ab 2026
Schon seit 2020 gelten in Belgien strenge Vorschriften für die Verpackung von Tabakprodukten: Zigaretten, Drehtabak oder auch Wasserpfeifentabak dürfen nur in neutralen Packungen mit einheitlicher Schrift verkauft werden und diese tragen deutlich sichtbare Warnhinweise. Seit April dieses Jahres ist zudem das Ausstellen von Tabakprodukten im Handel verboten. Der Einzelhandel muss seine Rauchwaren in Schränken aufbewahren, deren Inhalt von den Kunden nicht permanent sichtbar ist.
Laut Gesundheitsminister Vandenbroucke reichen diese Regeln jedoch nicht aus. Die Hersteller weichen offenbar gezielt auf andere Tabakwaren aus, um die einheitliche Verpackungsregelung zu umgehen, z.B. durch Zigarillos, die in Packungen angeboten werden, die den klassischen Zigarettenschachteln ähneln.
Ein weiteres Ziel der Maßnahme ist, das Rauchen für Jugendliche unattraktiv zu machen. Studien zufolge kann eine standardisierte Verpackung junge Leute davon abhalten, Tabakprodukte zu kaufen. Deshalb sollen ab Juni 2026 alle tabakbezogenen Produkte den einheitlichen Verpackungsregeln entsprechen.
Die neuen Regeln treten am 1. Juni 2026 in Kraft. Für den Einzelhandel gilt eine Übergangsfrist bis zum 1. Juni 2027. Parallel arbeitet die belgische Bundesregierung auch an einem Rauchverbot auf Terrassen in der Gastronomie. Dieses soll möglicherweise schon am 1. Januar 2026 in Kraft treten, doch eine endgültige Entscheidung dazu steht jedoch noch aus.

