Bisher wollen 34 Gemeinden im belgischen Bundesland Flandern folgen dem Aufruf der Landesregierung und bauen Freiwilligenkorps auf. Flandern setzt auf solche Initiativen, um den Kommunen so z.B. bei der Bewältigung von Umweltkatastrophen zu helfen. Das Rote Kreuz wird die Ehrenamtlichen ausbilden, damit diese ihm im Notfall zur Seite stehen können.
Kommunale Freiwilligenkorps in Flandern? Schon 34 Gemeinden sind dabei
Flandern will sich mit den kommunalen Freiwilligenkorps gegen mögliche Folgen des Klimawandels und der geopolitischen Entwicklungen weltweit wappnen. Diese sollen den professionellen Einrichtungen, wie das Rote Kreuz oder der Zivilschutz, im Falle des Falles zur Seite stehen.
Flanderns Ministerpräsident Matthias Diependaele (N-VA) und Landesinnenministerin Hilde Crevits (CD&V) haben grünes Licht für die Finanzierung der Ausbildung von 80 Freiwilligen pro Stadt oder Gemeinde gegeben. Bisher haben sich 34 flämische Kommunen gemeldet und wollen solche Korps aufstellen. Erste Ausbildungen beginnen schon im September und ab Januar sollen die ersten Korps einsatzfähig sein.
Ausbildungen ab 16 Jahren
Das Rote Kreuz Flandern wird diese Korps ausbilden und koordinieren. Dies ist für Interessierte ab einem Alter von 16 Jahren möglich. Die Ausbildungen beinhalten einen Erste Hilfe-Kurs, jährliche Auffrischungen des Gelernten und Übungen im Rahmen von Simulierungen von Notsituationen.
Die Ehrenamtlichen sind nach ihrer Registrierung auch versichert und zudem rechtlich geschützt, wenn es zu folgenschweren Folgen durch deren Handlungen kommen sollte. Vergütungen sind nicht vorgesehen. Bei Aufrufen in Notsituationen ist ein Einsatz auch nicht verpflichtend.
Spontane Hilfe und Kritik
In Notfällen ist aber auch ein spontaner Einsatz von Ehrenamtlichen möglich. Dazu baut das flämische Rote Kreuz gerade ein Tool mit einer entsprechenden App auf, auf dem man sich anmelden kann und auf dem Instruktionen für Einsätze abrufbar sind.
Verschiedene flämische Kommunen sind allerdings der Ansicht, dass Freiwilligenkorps nicht unbedingt sinnvoll seien. Sie setzen auf ihre gut ausgebildeten Feuerwehren – sowohl auf die freiwilligen Wehren, als auch die Berufsfeuerwehren in größeren Städten. Im Notfall sei es nicht unbedingt möglich, Ehrenamtliche zu begleiten, so die Kritik.

