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Inland
Justiz

Mahnwache in Brüssel für den Jungen, der bei einer Polizeiverfolgung ums Leben kam

Am Dienstagabend trafen sich dutzende Menschen im Elisabeth-Park in der Brüsseler Gemeinde Ganshoren, wo am Sonntag ein erst 11 Jahre alter Junge bei einer Verfolgung durch die Polizei ums Leben gekommen war. Der Junge stieß mit seinem E-Roller mit einem Polizeifahrzeug zusammen und erlag später in einem Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Auch am Mittwoch bringen noch Menschen Kerzen oder Blumen zum Unfallort in dem Park (Video unten). 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Die Mahnwache mit einer Schweigeminute für den 11 Jahre alten Fabian aus der Brüsseler Gemeinde Jette wurde von Anwohnern und einem Kollektiv für Verkehrssicherheit organisiert. Dieses Kollektiv will die Zahl der Verkehrstoten in der belgischen Hauptstadt senken und tödliche Unfälle generell verhindern. 

Bei der Mahnwache legten zahlreiche Menschen, darunter Familienmitglieder, Freunde und Mitschüler Blumen an der Unfallstelle nieder. 

Der Vorfall sorgt nicht nur in Brüssel für Diskussionen. Die Tatsache, dass die Polizei einen kleinen Jungen, der auf seinem E-Roller vor ihr abhaut, bis auf den Rasen eines Stadtparks verfolgt und diesen dann anfährt, sorgt für Empörung.

Die Umstände des Vorgangs werden von Polizei und Staatsanwaltschaft intern analysiert und das Komitee P, das Kontrollorgan für die belgischen Polizeidienste, hat sich des Falls angenommen. Verkehrsexperten und Gerichtsmediziner untersuchen den Fall ebenfalls. 

Offene Frage(n)

Die Frage lautet bei vielen, ob diese Vorgehensweise der Polizeistreife nicht vielleicht überzogen gewesen sei. Darüber diskutieren auch Juristen. 

Auf der einen Seite ist die Rede von Überproportionalität und auf der anderen Seite steht die Pflicht der gesetzlichen Regelung zu Verfolgungen. Nicht zuletzt steht die Thematik im Raum, dass auch die Polizei heute nicht mehr wisse, was sie im Dienst erwartet, angesichts zunehmender Brutalität auch gegen Beamte.

Doch nach 5 tödlichen Unfällen mit Polizeibeteiligung in nur 4 Jahren hat bei vielen Brüsselern das Vertrauen in die Ordnungshüter einmal mehr einen Knacks bekommen.  

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