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Inland
Justiz

Brüssel: 12 Jahre alter Junge auf E-Roller bei Verfolgung durch die Polizei umgekommen

Am Sonntag ist in Brüssel ein fast 12 Jahre alter Junge bei einer Verfolgung durch die Polizei ums Leben gekommen. Der Junge wurde von einem Polizeiauto angefahren. Inzwischen untersucht das Comité P, die Aufsichtsbehörde für die Polizei, den Vorgang. 

Andreas Kockartz
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Nach einer Mitteilung der Polizei geschah der Unfall am Sonntagnachmittag gegen 17 Uhr 50 im Elisabeth-Park in der Brüsseler Gemeinde Ganshoren. Der Junge wurde bei einem Kontakt mit dem Polizeiauto schwer verletzt und von den Notdiensten am Unfallort noch reanimiert. Doch später erlag der 12-Jährige seinen Verletzungen in einem Krankenhaus. 

Der Unfall passierte bei einer Verfolgung in Ganshoren, so der dortige Bürgermeister und die lokale Polizei, doch zum Grund der Verfolgung wurde nichts mitgeteilt. Augenzeugen berichteten allerdings gegenüber den Medien, dass die Polizei den Jungen mit hoher Geschwindigkeit durch den Park verfolgt habe. 

Die Verfolgung soll auch auf dem Rasen stattgefunden haben und nicht auf einem Weg in dem Park. Laut Gesetz dürfen elektrische Stepper in Belgien erst ab einem Alter von 16 Jahren gefahren werden. Der tödlich verunglückte Junge war aber erst knapp 12 Jahre alt. Ob dies der Grund für die polizeiliche Verfolgung war, wurde zunächst nicht mitgeteilt. 

Im Laufe des Dienstags wurde allerdings bekannt, dass der Junge, Sohn einer Familie aus Moldawien, die in der Brüsseler Gemeinde Jette wohnt, vor der Polizei geflohen sein soll. Erst daraufhin habe die Polizei die Verfolgung aufgenommen. Inzwischen, so die Staatsanwaltschaft von Brüssel, wurden ein Gerichtsmediziner und ein Gerichtsarzt hinzugezogen. Die Leiche des Kindes soll einer Obduktion unterzogen werden. 

Genauere Details des Vorfalls geben Polizei und Staatsanwaltschaft derzeit nicht frei. Die brennende Frage lautet derzeit: War dieser Polizeieinsatz noch proportionell? Die Beamten, die in dem Polizeiwagen saßen, werden verhört. Die Familie des tödlich verletzten Jungen, der in anderthalb Wochen 12 Jahre alt geworden wäre, wird von der Opferhilfe betreut und Brüssels Staatsanwalt Julien Moinil kündigte an, mit ihr persönlich sprechen zu wollen. 

Inzwischen hat sich das Comité P dem Fall angenommen. Die Aufsichtsbehörde der belgischen Polizeidienste nimmt auch immer interne Ermittlungen auf, wenn in Zusammenhang mit polizeilichen Aktionen jemand ums Leben kommt. Am Rande dieses Vorfalls wurden auch wieder Diskussionen darüber laut, ob Polizeifahrzeuge nicht besser mit Dashcams ausgerüstet werden sollen. 

Der Ort des Geschehens im Elisabeth-Park in der Brüsseler Gemeinde Ganshoren

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