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Neuer ‚Sicherheitsmonitor‘: „Steigendes Unsicherheitsgefühl in Brüssel ist besorgniserregend“

Am Freitag wurde der aktualisierte ‚Sicherheitsmonitor‘ vorgestellt. Aus der Sicherheitsbefragung geht hervor, dass das Unsicherheitsgefühl unter den Bürgerinnen und Bürgern in Brüssel am stärksten ausgeprägt ist. Der Anstieg wird insbesondere mit Drogenkriminalität und drogenbedingten Belästigungen im öffentlichen Raum in Verbindung gebracht. Belgiens Innenminister Bernard Quintin (frankophone Liberale, MR) nennt die Zahlen „besorgniserregend“ und spricht sich erneut für eine Zusammenlegung der sechs Brüsseler Polizeizonen aus.

Jens Van Reet Belga
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Die föderale Polizei hat erneut eine Sicherheitsbefragung durchgeführt. Dabei wurden 150.000 Belgierinnen und Belgier zu ihrem (Un-)Sicherheitsgefühl, Opfererfahrungen, Anzeigeverhalten, Problemen im Wohnumfeld und der Arbeit der Polizei befragt.

Aus den Ergebnissen geht hervor, dass sich 64 Prozent der Befragten selten oder nie unsicher in ihrer Nachbarschaft fühlen. 26 Prozent fühlen sich gelegentlich unsicher, und knapp 10 Prozent häufig oder immer. Im Durchschnitt fühlen sich junge Menschen (15 Prozent) am häufigsten unsicher, gefolgt von Frauen (12 Prozent) und dann Männern (8 Prozent).

Problemkind Brüssel

Ein Blick auf die Regionen zeigt deutliche Unterschiede: In Brüssel fühlen sich 19 Prozent der Befragten häufig oder immer unsicher – im Vergleich zu 13 Prozent in der Wallonie und 7 Prozent in Flandern. Das Unsicherheitsgefühl in Brüssel hat zugenommen: Beim letzten Sicherheitsmonitor im Jahr 2021 lag der Wert noch bei 16 Prozent. Bürger bringen Belästigungen im öffentlichen Raum zunehmend mit Drogenkonsum und -handel in Verbindung. In den Großstädten gibt ein Drittel der Befragten an, darunter zu leiden.

„Das ist nicht neu, aber es ist besorgniserregend, dass dieses Unsicherheitsgefühl stetig zunimmt“, stellt Minister Quintin fest. „Für mich ist klar: Die Zersplitterung in sechs Polizeizonen in Brüssel ist nicht länger tragbar. Wir brauchen einen integrierten Ansatz: eine Politik, eine Vision, eine Strategie – sowohl auf politischer als auch auf operativer Ebene.“

Die Zersplitterung in sechs Polizeizonen in Brüssel ist nicht länger tragbar

Innenminister Quintin (MR)

Quintin will „sehr schnell“ mit dem Projekt zur Fusion der Brüsseler Polizeizonen vorankommen. Eine einheitliche Polizeizone soll zu mehr Interventionskapazität und mehr Präsenz von Stadtteilpolizisten führen. Zudem sprach er sich für einen regionalen Sicherheitsplan aus, der von Staatsanwaltschaft, föderaler und lokaler Polizei gemeinsam erarbeitet werden soll. „Die Lage in der Hauptstadt ist komplex. Es braucht Zusammenarbeit, Klarheit und Entschlossenheit. Nur gemeinsam können wir Erfolg haben.“

Der Minister forderte auch mehr Aufmerksamkeit für Sauberkeit im öffentlichen Raum. „Sichtbarer Verfall – wie zerbrochene Fenster, illegale Müllablagerungen oder Leerstand – fördert Unsicherheitsgefühle und Kleinkriminalität“, so Quintin. „Investitionen in Sauberkeit, Infrastruktur und Instandhaltung erhöhen ebenfalls das Sicherheitsgefühl.“

Cyberkriminalität

Der Sicherheitsmonitor zeigt außerdem, dass viele Menschen Opfer verschiedener Formen von Cyberkriminalität werden. Fast die Hälfte der befragten Belgierinnen und Belgier gab an, im vergangenen Jahr mindestens einmal Ziel eines Phishing-Versuchs gewesen zu sein – ein Anstieg von 10 Prozent gegenüber der letzten Erhebung 2021.

Knapp 7 Prozent wurden tatsächlich Opfer von Phishing. Über ein Fünftel der Befragten wurde online betrogen, 8 Prozent wurden gehackt.

Auffällig: Die Zahl der Anzeigen bei Internetbetrug nimmt ab. Auch die generelle Anzeigebereitschaft sinkt – selbst bei Delikten, bei denen traditionell schnell Anzeige erstattet wird, wie Einbrüche. Zwischen 2018 und 2024 ist die Anzeigebereitschaft insgesamt um 13 Prozent zurückgegangen.

Innenminister Quentin (MR)

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