Im Prozess von Tongeren in der flämischen Provinz Limburg um die längste Entführung in der Geschichte unseres Landes haben die Geschworenen über das Strafmaß beraten. Bei der Verhandlung wurden 7 Männer für schuldig befunden, einen 13-jährigen Jungen als Geisel genommen zu haben. Sie entführten ihn vor fünf Jahren aus seinem Elternhaus in Genk in Limburg und ließen ihn erst nach 42 Tagen frei, nachdem seine Eltern ein Lösegeld bezahlt hatten. Die Staatsanwaltschaft forderte Strafen von 30 Jahren bis lebenslänglich. Die Anwälte der Angeklagten forderten ein geringeres Strafmaß. Gegen die Angeklagten wurden Haftstrafen von 15 bis 29 Jahre verhängt.
Lange Haftstrafen nach der längsten Entführung in der belgischen Justizgeschichte
Im Prozess um die längste Entführung, die es je in unserem Land gab, hat die Staatsanwaltschaft in Tongeren 30 Jahre bis lebenslänglich gefordert. In dem Prozess standen 7 Männer wegen der Entführung eines Minderjährigen in Genk vor fünf Jahren vor Gericht. Sie hielten den Minderjährigen 42 Tage lang fest. Nachdem sie ein Lösegeld von den Eltern erhalten hatten – der Vater des Entführten war im Drogenhandel aktiv, ließen sie ihn wieder frei.
Am Mittwochabend wurden 7 der 8 Angeklagten von den Geschworenen der Geiselnahme für schuldig befunden. Ein Mann wurde freigesprochen – Er hatte den Entführern ein Haus für die Unterbringung des Jungen zur Verfügung gestellt, doch es konnte nicht mit Sicherheit belegt werden, dass er auch tatsächlich an der Tat beteiligt war.
Lange Haftstrafen
Drei Täter wurde zu 29 Jahren verurteilt. Die anderen Angeklagten erhielten Gefängnisstrafen von 15, 20 oder 25 Jahren. 29 Jahre Haftstrafe ist ein wichtiges Detail. Wer in Belgien zu einer Haftstrafe von 30 Jahren verurteilt wird, kann erst nach 15 Jahren einen Antrag auf verfrühte Haftentlassung einreichen. Wer aber eine geringere Haftstrafe bekommt, kann schon nach einem Drittel der abgesessenen Zeit vorzeitige Haftentlassung beantragen. Dies war den Geschworenen offenbar bewusst.
Falsche Polizisten
Der Junge war vor fünf Jahren von bewaffneten und maskierten falschen Polizisten aus seinem Elternhaus in Genk entführt worden. Er wurde dann an verschiedenen Orten eingesperrt, bis seine Familie ein Lösegeld zahlte. Nach fast 6 Wochen wurde der Junge dann freigelassen und nur wenig später wurden die Verdächtigen verhaftet. In ihren Wohnungen fand die Polizei unter anderem Waffen, Geld, Sturmhauben und Munition.
3 der 7 Männer, allesamt Brüder, wurden außerdem für schuldig befunden, vor Jahren einen Mann als Geisel genommen und in einem Keller in Antwerpen gefoltert zu haben.

