Ein Richter In der Türkei hat entschieden, dass die Genter Fotostudentin Esila Ayik (Foto) nach mehr als einem Monat Haft in Istanbul freigelassen wird. Sie darf auch nach Belgien reisen, um ihr Studium hier zu beenden. Dies teilte ihr Anwalt gegenüber VRT NWS mit. Ayik war am 9. April bei einer Demonstration festgenommen worden, weil sie den Präsidenten beleidigt haben soll.
Türkischer Richter lässt Genter Fotostudentin nach mehr als einem Monat frei - Sie kann ihr Studium in Belgien beenden
"Esila wird heute freigelassen", teilte Ayiks Anwalt Ümit Özkan gegenüber VRT NWS mit. Der Fall wurde am Donnerstagmorgen verhandelt und der Richter entschied, dass sie freigelassen werden sollte. "Sie kann auch nach Belgien reisen, um ihr Studium zu beenden", sagte Özkan: "Wir sind sehr zufrieden." Ayik könnte später allerdings eine Strafe bekommen: "Wir halten diese Möglichkeit aber für gering."
Ayik studiert Fotografie am KASK (Königliches Konservatorium der Schönen Künste) in Gent und war Anfang April auf Familienbesuch in Istanbul. Dort gab es zu diesem Zeitpunkt Demonstrationen gegen die Verhaftung von Bürgermeister Ekrem İmamoğlu. Er gilt als ein Gegner von Präsident Erdoğan. Ayik nahm an dem Protest teil und sie trug ein Flugblatt bei sich. Die junge Frau wurde wegen angeblicher Beleidigung des Präsidenten festgenommen.
Empörung in Belgien und bei der EU
Die Verhaftung von Ayik löste Empörung aus. Sie hat die türkische Staatsangehörigkeit und lernte Niederländisch, um in Gent zu studieren. Belgien übte durch Außenminister Maxime Prévot (Les Engagés), Gents Bürgermeister Mathias De Clercq (Open VLD/Voor Gent), den Parlamentsabgeordneten Axel Ronse (N-VA) und die KASK-Hochschule Druck aus. Auch das Europäische Parlament äußerte sich besorgt. Freunde, Familie und KASK-Studierende zeigten auch außerdem besorgt über den Gesundheitszustand von Esila Ayik, denn sie leidet an Herz- und Nierenproblemen.

