Schon seit dem vergangenen Wochenende wird auch in Belgien des Endes des Zweiten Weltkriegs vor 80 Jahren gedacht. Überall im Land finden und fanden Veranstaltungen statt. Eine der zentralen Veranstaltungen fand am Sonntag in Fort Breendonck in der Provinz Antwerpen statt. Die Organisation "8. Mai", die sich dafür einsetzt, dass dieser Tag in Belgien wieder zu einem Feiertag wird, bedauerte, dass es in einigen Parlamenten in Europa wieder einen Rechtsruck gibt.
Die Organisation "8. Mai" vereint Mitglieder von Gewerkschaften, aus der Zivilgesellschaft sowie aus Kultur und Wissenschaft und plädiert für eine bessere Erinnerungskultur, um sicherzustellen, dass der Faschismus nie wieder an die Macht kommt. Die Festung Breendonk ist kein zufälliger Ort für derartige Veranstaltungen. Sie wurde während des Zweiten Weltkriegs von der SS als Gefängnis für rund 3.600 politische Gefangene genutzt.
In Fort Breendonck wurden seit Dienstag 48 Stunden lang die Namen der „Helden des Widerstands“ vorgelesen. Das waren tausende bekannte und auch weniger bekannte Menschen, die während des Zweiten Weltkriegs im Untergrund gegen die deutschen Besatzer gekämpft hatten: „Wir dürfen diese Leute nicht vergessen. Sie haben ihr Leben für unsere Freiheit gegeben. Es ist eine bleibende Aufgabe für uns alle, um ihnen zu gedenken. Und wie anders kann man das machen, als ihre Namen vorzulesen“, so Organisator Dany Neudt dazu.
Alleine in Belgien sind wohl rund 15.000 Widerständler während des Krieges umgekommen, entweder im Kampf, im Konzentrationslager oder durch Exekution. Die Organisation „8. Mai“ arbeitet dazu mit dem staatlichen belgischen Kriegsarchiv CEGESOMA zusammen.
Weitere Veranstaltungen
In zahlreichen Städten und Gemeinden wurde und wird dem Ende des Zweiten Weltkriegs gedacht. In Halle in Flämisch-Brabant fand dieses Gedenken gemeinsam mit der deutschen Schwesterstadt Werl in Nordrhein-Westfahlen statt. Im Rahmen dieses „Europatags“ der beiden Städte wurde auch dem 80. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager vor 80 Jahren gedacht. Dabei sang auch ein Chor aus der Ukraine, ein europäisches Land, dass sich heute im Krieg gegen Russland befindet…
In Hasselt, der Hauptstadt der flämischen Provinz Limburg, wurde zum Anlass des Ende des Zweiten Weltkriegs eine Wanderung durch die Stadt organisiert. Diese verläuft entlang von Stellen und Gebäuden, die im Krieg eine wichtige Bedeutung hatten. Sie führt am Havermarkt entlang, wo die Gestapo in zwei Gebäuden Menschen folterte und auch am Alten Gerichtshof, wo ähnliches passierte. Diese Wanderung soll 80 Jahre nach dem Kriegsende zu einer festen Route zu machen, auf deren Spuren sich Einheimische und auch Touristen begeben können.
V-Day: der Tag, an dem Nazi-Deutschland kapitulierte und der Zweite Weltkrieg in Europa beendet wurde
Am 8. Mai 1945, vor genau 80 Jahren, wurde die deutsche Armee endgültig besiegt. Zu diesem Zeitpunkt war das Deutsche Reich bereits seit einigen Tagen enthauptet, denn am 30. April beging Adolf Hitler in seinem Bunker in Berlin Selbstmord. Dass Deutschland den Krieg verlieren würde, war zu diesem Zeitpunkt bereits seit einiger Zeit klar. Die Alliierten erobern eine Stadt nach der anderen und die Russen waren bereits in Berlin eingedrungen.
Zwei Tage nach Hitlers Tod fällt die deutsche Hauptstadt. Niedergeschlagen und entmutigt legen die letzten deutschen Truppen die Waffen nieder, bis das deutsche Oberkommando am 8. Mai in Berlin die Kapitulation unterzeichnet und damit den Krieg in Europa nach sechs Jahren offiziell beendet. Ein Krieg, der 55 Millionen Menschen das Leben gekostet hat, darunter mehr als 5 Millionen Juden, die aufgrund von Hitlers Rassenpolitik starben.
In Belgien wird die Nachricht mit Kanonengebrüll, Sirenen und vor allem mit Glockengeläute verkündet. Überall begannen Volksfeste. In den Zentren der Großstädte herrscht ein unglaubliches Gedränge. Die Schulen wurden für zwei Tage geschlossen und die belgische Fahne wehte acht Tage lang auf allen öffentlichen Gebäuden. Die Zeitungen brachten die Nachricht natürlich mit großen Schlagzeilen.


