Der Konsultationsausschuss zum Bau der Metro 3 in Brüssel gibt ein positives Gutachten zum Abriss und Wiederaufbau des Südpalastes ab, der für den Bau der neuen U-Bahnlinie erforderlich ist. Um einen Tunnel für die Metro zu graben, der den Südbahnhof mit Anneessens verbindet, muss der Südpalast abgerissen und wieder neu aufgebaut werden. Nur die Fassaden bleiben stehen. Im Rahmen des Genehmigungsantrags wurde eine öffentliche Umfrage durchgeführt, auf die 65 Antworten eingingen. Es könnte allerdings auch zu einer Aussetzung des gesamten Bauvorhabens kommen...
Bau der Metro-Linie 3 in Brüssel: Positives Gutachten zum Abriss und Wiederaufbau des Südpalastes
Am 1. April trat der Konsultationsausschuss - bestehend aus regionalen und kommunalen Behörden der Hauptstadt-Region - zusammen, um diese Eingaben zu erörtern und eine Stellungnahme zu formulieren. Diese Stellungnahme ist positiv, erfolgte aber nicht einstimmig. Die Regionaldirektion für Stadtplanung und die Denkmalschutzbehörde genehmigen das Projekt, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt werden.
Dabei handelt es sich um relativ begrenzte Maßnahmen. Einige davon sind die Erhaltung der Fassaden in gutem Zustand, eine Minimierung des Risikos von Schäden an Fassadensteinen, Fenstern und Eisenbeschlägen, die Integration des Kindergartens in die Grundschule im Ost- und Westflügel, die Erweiterung der Krippenräume im Nordflügel und Anbringung von Netzen um den zentralen Garten im Innenhof, damit dieser bespielt werden kann sowie die Verwendung einheimischer, trockenheitsresistenter Pflanzen und die Bereitstellung von Stellplätzen für Lastenfahrräder.
Die Brüsseler Stadträtin für Stadtplanung Anaïs Maes (Vooruit) hat dazu ein Minderheits-Gutachten formuliert. Dieses ist ebenfalls positiv und greift alle oben genannten Bedingungen auf, fügt aber eine weitere hinzu: Die Möglichkeit, die gleiche Anzahl an Quadratmetern für Sport und Handel vorzusehen wie bisher. Das Gutachten geht jetzt an die Region, die eine Genehmigung erteilen kann oder auch nicht. Bis Anfang September sollten alle Einrichtungen und Geschäfte aus dem Südpalast ausgezogen sein, damit die Arbeiten - vorbehaltlich der aufschiebenden Wirkung der Rechtsmittel - beginnen können.
Bau von Metro 3 „fünf bis 10 Jahre lang pausieren“, bis der Haushalt in Ordnung ist?
Die finanziellen Probleme der Region Brüssel-Hauptstadt, die ja auch noch keine neue Regierung hat, sind so groß, dass der Ausbau der Metro am besten für Jahre auf Eis gelegt wird, bis der Haushalt in Ordnung ist. Dieser Ansicht ist der föderale Minister Bernard Quintin (MR), zuständig für den Brüsseler Fonds Beliris, der Bauherr und teilweise auch Finanzier des Metroausbaus nach Norden ist, in einem Interview mit der Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ. „Wenn man Haushaltsprobleme hat, muss man Entscheidungen treffen“, so Quintin. Dass die Kosten für den Bau der Linie 3 steigen, ist kein Geheimnis. Die jüngsten Schätzungen sprechen von insgesamt 4,7 Mia. €, einschließlich der Verlängerung nach Schaarbeek und Evere.
Das sind enorme Summen für eine Region, die ein hohes Haushaltsdefizit aufweist und deren Verschuldung wächst. Quintin will die Metro weiter ausbauen, plädiert aber für eine Pause: „Die Ingenieure sagen mir, dass man die Arbeiten, die bereits geschehen sind, einfrieren kann. Ich schlage vor, das zu tun und dann den Faden dieser Arbeiten wieder aufzunehmen, wenn das Budget steht.“ Nach dem derzeitigen Zeitplan sollte die Metro 3 bis 2033 voll betriebsfähig sein, ein Termin, der bereits mehrfach verschoben wurde. Der Vorschlag von Quintin würde ein weiteres Jahr zusätzlicher Verzögerungen bedeuten. Quintin will derzeit keine konkreten Entscheidungen in dieser Frage treffen: „Dazu warte ich auf die Bildung einer Brüsseler Regierung.“

