Der flämische Priester Rik Devillé (Foto), der sich seit Jahrzehnten für die Opfer von sexuellem Missbrauch in der Kirche einsetzt, hält nicht mit seiner Kritik an Papst Franziskus hinterm Berg: "Er hat zu wenig getan. Ob ein Papst stirbt oder ein neuer gewählt wird, macht keinen Unterschied für diese Opfer in der ganzen Welt."
Sexueller Missbrauch in der Kirche: „Papst Franziskus hat zu wenig für die Opfer getan“
Rik Devillé ist eine Art Sprecher für die Opfer von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche. Seine Kritik an Papst und Vatikan hatte er auch bereits in der viel diskutierten VRT-Dokumentation "Godvergeten" ("Gottvergessen") über sexuellen Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche in Belgien geäußert und am Montag kritisierte er auch den verstorbenen Papst Franziskus gegenüber VRT NWS.
Devillé sieht wenig Unterschied zum Erbe von Papst Franziskus im Vergleich zu denen vor ihm: "Jeder Papst hat letztendlich auf seine eigene Weise die Opfer ihrem Schicksal überlassen."
"Wie schön und kräftig seine Worte auch manchmal waren, durch sein Handeln klingen sie heuchlerisch. Genauso wie die seiner Vorgänger", so der Geistliche.
"Der Papst hat mit Sicherheit die lokalen Bischöfe mit mehr Eifer auf ihre überwältigende Verantwortung hingewiesen als seine Vorgänger."
"Aber die Bischöfe haben mit genauso viel Nachdruck behauptet, dass es nicht an ihnen liegt, dieses Problem zu lösen, sondern dass der Papst handeln muss."

