Die Gewerkschaften und die Führung der belgischen Post, Bpost, hatten sich am Mittwochnachmittag auf ein Vorabkommen geeinigt, mit dem der Sozialkonflikt beenden werden sollte. Die Gewerkschaften legten den Entwurf der Vereinbarung noch am Mittwochabend ihrer Basis vor. Die Gewerkschaftsmitglieder nahmen dieses Abkommen an und beendeten den Streik in Brüssel und in der Wallonie. In Flandern hatte es keinen Poststreik gegeben.
Die belgische Post und die Gewerkschaften erzielten ein Vorabkommen - Streik beendet
„Es war eine sehr konstruktive Diskussion mit den Gewerkschaften“, sagte Veerle Van Mierlo von Bpost am Mittwoch. Einzelheiten zu diesem Vorabkommen wollte sie zu diesem Zeitpunktnoch nicht bekannt geben: „Wir hoffen, dass wir bald eine Einigung erzielen werden, damit wir unseren Kunden die gewohnten Dienstleistungen anbieten können.“
„Es waren sehr lange Verhandlungen“, sagte Geert Cools von der sozialistischen Gewerkschaft ACOD.
„Wir haben sehr hart gekämpft, sowohl von Seiten der Gewerkschaft als auch von Seiten der Post. Heraus kam eine Vereinbarung, mit der unsere französischsprachigen Kollegen zu ihren Basis gehen können. Ich hoffe auf jeden Fall, dass sie positiv aufgenommen wird. Der Vereinbarungsentwurf enthält sicherlich Elemente, die die Zustellrouten der Briefträger praktikabler gestalten“, so Cools weiter.
Vor allem die Beschäftigten der Bpost im frankophonen Süden des Landes protestierten seit mehr als einer Woche gegen die geplanten Umstrukturierungen der Zustellrouten und deren Auswirkungen auf die Postbeamten.
Infolgedessen wurden die Sortierzentren in Lüttich (Awans), Charleroi (Fleurus) und Brüssel blockiert.
Hunderttausende von Briefen und Paketen blieben dadurch liegen, auch solche, die Briefwahlunterlagen von in Belgien lebenden Deutschen, die an der Bundestagswahl am kommenden Wochenende teilnehmen (wollten). Wie lange es dauern wird, bis die abertausenden Postsendungen bei ihren Empfängern ankommen werden, ist nicht absehbar. Aber der Streik ist mit sofortiger Wirkung beendet.


