Im Frühjahr organisieren Actiris und eine Reihe von Partnern einen Job Day, um Audi-Mitarbeiter, die aufgrund der für den 28. Februar anstehenden Werksschließung ihren Arbeitsplatz verloren haben, mit anderen Arbeitgebern in Kontakt zu bringen. Bis Ende Februar werden 3.000 Beschäftigte des Brüsseler Audi-Werks und zahlreiche Kollegen aus den Zulieferunternehmen aufgrund der Schließung arbeitslos sein. Einige haben sich bereits um eine Stelle im Volvo-Werk in Gent beworben, wie die Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ meldet.
Das Brüsseler Arbeitsamt Actiris organisiert eine Job-Börse für Audi-Mitarbeiter
Um die Betroffenen mit potenziellen Arbeitgebern in Kontakt zu bringen, organisiert Actiris in diesem Frühjahr in Zusammenarbeit mit dem wallonischen Arbeitsamt Forem, mit dem flämischen Arbeitsamt VDAB, mit dem Technologie-Verband Agoria, dem Brüsseler Wirtschaftsverband BECI, mit AKT for Wallonia und dem Unternehmerverband VOKA einen nationalen Jobtag. Die Veranstaltung richtet sich speziell an Audi-Mitarbeiter und bringt diese mit Unternehmen aus dem Industrie- und Technologiesektor in Kontakt.
Nahezu zweihundert Unternehmen wollen sich an dem Job- Day beteiligen. Insgesamt sind in der Industrie und im produzierenden Gewerbe in Belgien mehr als 5.000 offene Stellen zu besetzen. Agoria, der Verband der Technologiebranche, sammelt alle offenen Stellen auf seiner Website. Actiris wird den genauen Termin zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben.
Infosessions
Zusätzlich zu diesem Jobtag der organisiert Actiris schon seit Montag Informationsveranstaltungen. Ziel ist, den Arbeitnehmern die wichtigsten Informationen über ihre Rechte und Pflichten sowie über die verfügbaren Outplacement-Pläne zu vermitteln. Die Veranstaltungen werden bis zum Ende der Beratung für alle entlassenen Mitarbeiter fortgesetzt.
Außerdem wird vom 17. bis zum 28. Februar in der Nähe des Audi-Werks in der Brüsseler Gemeinde Vorst eine ständige Beratungsstelle eingerichtet. Dort wird über eine zentrale Anlaufstelle eine individuelle Unterstützung angeboten, die die Neuorientierung erleichtern soll. „Wir haben immer gesagt, dass wir unsere soziale Verantwortung wahrnehmen werden, mit fairen Abfindungszahlungen. Darüber hinaus wollen wir alles tun, um unsere Mitarbeiter bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz zu unterstützen“, so Peter D'hoore, der Sprecher von Audi Brussels.
Ex-Audi-Mitarbeiter finden ihren Weg zu Volvo in Gent
Volvo Cars Gent sucht 350 zusätzliche Zeitarbeiter für die Produktion des EX30, eines Erfolgsmodells, das derzeit nur in China hergestellt wird. Der schwedisch-chinesische Automobilhersteller baut die Produktion in seinem Werk in Gent aus. Volvo wendet sich jedoch nicht gezielt an die entlassenen Audi-Mitarbeiter. „Wir wenden uns an alle, die eine positive Einstellung haben und sich bewegen können“, sagt Volvo-Sprecherin Barbara Blomme.
Einige Audi-Mitarbeiter sind bereits zu Volvo gewechselt. „Einige haben bereits an einem Jobtag bei Volvo teilgenommen“, sagt Ronny Liedts von der Gewerkschaft ACV: „Sie haben Tests gemacht und einige wurden wahrscheinlich ausgewählt.“ Ein Wechsel zu Volvo scheint logisch, sagt auch Audi-Sprecher D'hoore: „Wir sind die einzigen beiden verbliebenen Autohersteller in Belgien, wir kennen die Bedürfnisse des anderen und haben die richtigen Profile. Unsere Leute haben die notwendigen Fähigkeiten, aber ihre Wahl hängt auch von persönlichen Präferenzen ab, wie zum Beispiel der Entfernung.“

