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Die Reproduktion der vor 90 Jahren gestohlenen "Gerechten Richter"
Inland
Justiz

Hausdurchsuchung nach Hinweis auf die vor 90 Jahren gestohlene Tafel des „Lamm Gottes“: „Erfolglos, aber wir geben nicht auf“

Bei einer erneuten Durchsuchung einer Villa in Ostflandern wurde die gestohlene Tafel des Van Eyck-Werks „Lamm Gottes“ nicht gefunden. Die Durchsuchungen erfolgten, nachdem die Staatsanwaltschaft einen Hinweis auf die fehlende Tafel „ Die Gerechten Richter“ erhalten hatte. Dies schreibt die flämische Tageszeitung Het Nieuwsblad am Dienstag. 

Andreas Kockartz
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Die Staatsanwaltschaft bestätigte die Nachricht gegenüber VRT NWS. „Die Durchsuchungen haben nichts ergeben, aber wir gehen weiterhin neuen Hinweisen nach und hoffen weiter auf ein glückliches Ende“, sagt Staatsanwältin Caroline Dewitte, die den Fall seit 20 Jahren untersucht.

Die Staatsanwaltschaft erhielt vor einigen Monaten einen Hinweis auf die gestohlene Tafel „Die Gerechten Richter“. „Eine SOKO der föderalen Polizei prüft die Hinweise und schätzt ein, wie plausibel sie sind. In diesem Fall wurde beschlossen, einen Ermittlungsrichter einzusetzen. Dieser gab mehrere Hausdurchsuchungen in Auftrag“, so Dewitte.

„Die Ermittlungen laufen derzeit noch, deshalb können wir nicht viele Details nennen“, sagte die Staatsanwältin weiter. „Der Hinweis hat aber vorerst nicht zu der gestohlenen Tafel geführt. Dennoch ist es wichtig, dass wir jedem Hinweis nachgehen. So können wir Ermittlungsspuren abschließen und die Ermittlungen für künftige Generationen erleichtern“, so Dewitte: “Und wir können es uns einfach nicht leisten, den Hinweisen nicht nachzugehen.“

Es scheint unwahrscheinlich, dass die Tafel zerstört worden wäre, so dass es in dieser Hinsicht noch einen Hoffnungsschimmer gibt."

Caroline Dewitte, Staatsanwaltschaft Ostflandern

Die Staatsanwältin glaubt, dass „Die Gerechten Richter“ eines Tages wieder auftauchen werden: „Ich halte es für unwahrscheinlich, dass die Tafel vernichtet wurde“, so Dewitte: „Sie muss noch irgendwo sein. In dieser Hinsicht gibt es also noch einen Hoffnungsschimmer.

„Aber natürlich ist es sehr schwierig, bei den Ermittlungen voranzukommen“, sagt Dewitte. „Bei einem Diebstahl sind die ersten 72 Stunden entscheidend und die sind längst vorbei. Dagegen können wir nichts mehr tun. Wir werden mehr brauchen als die Spurensicherung von vor 90 Jahren, aber deshalb ermitteln wir weiter.“

Die Staatsanwaltschaft berücksichtigt dabei, wie viele Ressourcen bestimmte Ermittlungshandlungen erfordern: „Die Ressourcen der Justiz sind begrenzt, das ist uns bewusst“, meint Staatsanwältin Dewitte: „Deshalb überlegen wir uns genau, was es wert ist, untersucht zu werden.“

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Die Tafel „Die Gerechten Richter“, bzw. die Reproduktion ist unten links auf dem Werk zu sehen

Der Diebstahl fasziniert weiterhin

In der Nacht vom 10. auf den 11. April 1934 wurden zwei Bildtafeln der Gebrüder Jan und Hubert van Eyck aus der Sint-Baafs-Kathedrale in Gent gestohlen. Das Altarbild „Die Anbetung des Lamm Gottes“ war zu diesem Zeitpunkt sehr beliebt. 

Die Geschichte des „Lamm Gottes“ und der gestohlenen Tafel „Die Gerechten Richter“ ist nach wie vor geheimnisumwittert. Damals wurden zwei Tafeln des Kunstwerks gestohlen: „Johannes der Täufer“ und „Die Gerechten Richter“. 

Die erste Tafel ist schnell wieder aufgetaucht, aber die „Gerechten Richter“ sind seit dem Diebstahl verschwunden. Wer jetzt das „Lamm Gottes“ in der Kathedrale von Gent bewundert, sieht eine Reproduktion der „Gerechten Richter“.

Staatsanwaltin Caroline Dewitte verfolgt den Fall seit 20 Jahren und findet ihn nach wie vor faszinierend: „Das Lamm Gottes ist von historischer und kunsthistorischer Bedeutung, nicht nur in Gent, sondern auch im Ausland. Es gehört also zum internationalen Kulturerbe. Der Diebstahl hat auch in den 1930er Jahren für Aufsehen gesorgt.“

„Selbst wenn ich die Akte abgeben sollte, was in etwa 10 Jahren der Fall sein könnte, wird die Staatsanwaltschaft den Fall weiterverfolgen“, so Dewitte weite: „Einige Kollegen sind bereits daran interessiert, die Akte von mir zu übernehmen. Das ist übrigens keine Vollzeitbeschäftigung.“

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