„Der Zustand der belgischen Wirtschaft ist besorgniserregend“. Das sagt der belgische Unternehmerverband (VBO) nach einer Umfrage unter seinen Mitgliedern. Fast die Hälfte der Sektoren erwartet, dass Umsatz und Gewinn ihrer Unternehmen in naher Zukunft sinken werden. In der Privatwirtschaft ist die Beschäftigung bereits rückläufig. Der VBO ruft die Parteien, die mit der Regierungsbildung beschäftigt sind, dazu auf, entsprechend zu reagieren.
Belgiens Unternehmerverband warnt die Politik: „Zustand der Wirtschaft besorgniserregend“
Die seit langem bekannten Probleme in der Industrie bleiben bestehen, hauptsächlich wegen der hohen Energiepreise, die in Europa viel höher sind als in Amerika und China, aber auch wegen der gestiegenen Arbeitskosten und der Bürokratie. Gegen die hohen Arbeitskosten sollte eine neue Bundesregierung mit einer Steuerreform vorgehen, meint Pieter Timmermans, Vorstandsvorsitzender des VBO: „Für ein Land, das vom Export abhängig ist, ist das eine gefährliche Entwicklung. Man verlässt sich immer noch zu sehr auf den Binnenkonsum.“
„Nach der Covid-Krise und der Energiekrise befinden wir uns nun still und leise in einer Krise der Wettbewerbsfähigkeit“, veranschaulicht VBO-Chefökonom Edward Roosens die aktuelle Situation.
Fast die Hälfte der Branchen erwartet, dass Umsatz und Gewinn ihrer Unternehmen sinken werden. Die Zahl der Sektoren, die einen Rückgang ihrer Aktivitäten erwarten, hat sich innerhalb von sechs Monaten verdoppelt: Von 22 % im Mai 2024 auf heute 45 %. In der Privatwirtschaft ist die Beschäftigung bereits rückläufig. Noch auffälliger ist, dass die Unternehmen, wenn sie investieren, dies aufgrund von Innovation, Digitalisierung oder Nachhaltigkeit tun, aber fast nie, um zu expandieren.
VBO-Präsident Pieter Timmermans hat eine klare Botschaft an die Verhandlungsführer der Regierung in Arizona: „Führen Sie Reformen durch, die das Wirtschaftsgefüge stärken und die auch dazu beitragen, den Haushalt in Ordnung zu bringen.“ Dabei schlug Timmermans vor, die gleichen Maßnahmen wie in den Nachbarländern zu ergreifen, insbesondere in den Bereichen Arbeitsmarkt, Renten... Gleichzeitig warnte er davor, „eine Steuerreform durchzuführen, die Erfolg besteuert“.

