Die belgische Justiz hat sich formell bei der Familie der vor fünf Jahren ermordeten Julie Van Espen entschuldigt. Es handelt sich um eine „Entschuldigung für die Fehler, die die Justiz machte und um die Übernahme der Verantwortung, die die Justiz für den Tod von Julie Van Espen trägt“ sowie um eine „Entschuldigung für das unermessliche und nicht wiedergutzumachende Leid, das der Familie zugefügt wurde“. Dies teilt Belgiens scheidender Justizminister Paul Van Tigchelt (Open VLD) dazu mit.
Belgiens Justiz entschuldigt sich bei Familie der ermordeten Julie Van Espen
Nachdem der belgische Staat Ende des vergangenen Jahres für die Vergewaltigung und den Tod von Julie Van Espen verantwortlich gemacht wurde, hatte Justizminister Van Tigchelt eine offizielle Entschuldigung der Regierung und der Justiz angekündigt. Diese Entschuldigung erfolgte kurz vor dem Jahreswechsel, am 31. Dezember.
Persönliche Entschuldigung
Rechtsanwalt Stijn Verbist erfuhr von der Familie von Julie Van Espen, dass sich die Verantwortlichen auf eine sehr angenehme Art und Weise entschuldigt habe: „Sie besuchten die Familie zu Hause und entschuldigten sich jeweils. Das ist wirklich eine außergewöhnliche Geste, die man sehr zu schätzen weiß“, sagte der Anwalt dazu gegenüber VRT NWS.
Im Namen der ausführenden Macht entschuldigten sich sowohl Minister Van Tigchelt als auch sein Vorgänger Koen Geens (CD&V). Geens war Justizminister, als Julie Van Espen vergewaltigt und ermordet wurde. Die Justiz wiederum war vertreten durch den ersten Präsidenten des Kassationsgerichtshofs, den damaligen und den heutigen ersten Präsidenten des Berufungsgerichts von Antwerpen und den jetzigen Staatsanwalt des Berufungsgerichts von Antwerpen.

