Im Anderlechter Stadtteil Kuregem in Brüssel bleibt die Ausgangssperre für Jugendliche unter 16 Jahren in der Silvesternacht in Kraft. Dies wurde vom belgischen Staatsrat in einer Berufungsklage beschlossen. In den letzten Jahren war es in diesem Viertel in Kuregem in der Silvesternacht zu Randale und Gewalt auch und gerade gegen die Polizei gekommen.
Brüssel: Ausgangssperre für Jugendliche in Anderlecht in der Silvesternacht bleibt bestehen
Deshalb hat der Bürgermeister von Anderlecht, Fabrice Cumps (PS), dieses Jahr beschlossen, dass Jugendliche unter 16 Jahren in der Silvesternacht ab 19 Uhr zu Hause bleiben müssen.
Sie dürfen nur noch in Begleitung eines Erziehungsberechtigten nach draußen gehen. Gegen diese Entscheidung wandte sich eine Familie an den Staatsrat.
Der Rat stellte fest, dass der Bürgermeister nicht befugt war, die Entscheidung allein zu treffen, entschied aber auch, dass die Familie nicht ernsthaft betroffen war. Die Ausgangssperre für junge Leute in Cureghem bleibt also in Kraft.
Die Kinderrechtsbeauftragte Caroline Vrijens hat Verständnis dafür, dass der Bürgermeister Gewalt verhindern will. Aber sie hält die Maßnahme für zu weitreichend und ist der Ansicht, dass dies die Freiheit für die Betroffenen einschränkt.
Schon im Vorfeld Randale
Acht Jugendliche sind am Montagabend gegen 23 Uhr in Kuregem in Anderlecht festgenommen worden, nachdem sie Feuerwerkskörper in Richtung der Polizei abgeschossen hatten.
Die acht gehörten zu einer größeren Gruppe von etwa 30 Jugendlichen, die gegen die umstrittene Ausgangssperre für die Neujahrsnacht in dem Viertel protestierten. Sie versuchten zunächst, einen Weihnachtsbaum in Brand zu setzen und lieferten sich anschließend ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei, das schließlich eskalierte. Verletzt wurde niemand.

