In der Region Brüssel-Hauptstadt ist es in diesem Jahr bereits zu 89 Schießereien gekommen. Das geht aus den Zahlen der Polizei in der Hauptstadt hervor. Im gesamten Jahr 2023 gab es „nur“ 62 Schießereien.
Brüssel hat in diesem Jahr bereits 89 Schießereien zu verzeichnen, mehr als im gesamten Jahr 2023
Bei der letzten Aktualisierung am 23. Dezember gab die Polizei an, dass es in diesem Jahr insgesamt 89 Schießereien in der Region Brüssel-Hauptstadt gegeben hat. Dabei handelt es sich um Schießereien an öffentlich zugänglichen Orten, bei denen mehrere Schüsse abgefeuert oder mindestens ein Mensch verletzt wurde.
Bei diesen 89 Schießereien gab es insgesamt 9 Tote und 48 Verletzte.
„Bei den meisten Schießereien geht es um Drogen“, sagte Michel Goovaerts, Polizeichef der Polizeizone Brüssel-Hauptstadt-Elsene: „Aber Waffen tauchen auch bei Streitigkeiten auf, zum Beispiel bei Mietstreitigkeiten.“
Es gibt nicht unbedingt mehr (Drogen-)Gewalt, so der Polizeichef, aber Schusswaffen werden einfach häufiger eingesetzt: „Die Schusswaffengewalt nimmt weltweit zu. Durch die Internationalisierung ist es einfacher, an Waffen zu kommen.“
Goovaerts befürchtet, dass die Gewalt mit Schusswaffen weiter zunehmen könnte.
„Wir wissen, dass Waffen zum Beispiel in die Ukraine gegangen sind und dass sie auch hierher zurückkommen und in den illegalen Kreislauf gelangen werden“, sagt Goovaerts: „Wir haben das auch nach dem Jugoslawienkrieg gesehen. Die Waffen kamen danach hierher und fielen in die Hände von Kriminellen.“
Nach den Schüssen in Anderlecht am Montag
Die Umgebung der Metrostation Aumale in der Brüsseler Gemeinde Anderlecht sei in den vergangenen Monaten eigentlich ruhiger geworden, verlautet aus Kreisen der Lokalpolizei. Hier wurden am Sonntagabend 2 Personen mit einer Kriegswaffe beschossen. Dabei kam einer der Betroffenen ums Leben und der andere wurde schwer aber nicht lebensgefährlich verletzt.
Seit Oktober ist diese Gegend der Liste der kriminellen Brüsseler Hotspots zugefügt worden, nach dem es dort fünfmal zu Vorfällen mit Schusswaffen kam. Seit dem zeige die Polizei mehr Präsenz, so Jurgen De Landsheer, der Korpschef der Lokalpolizei in Anderlecht.

