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Ein Unbekannter bespritzte Pichal vor dem Justizpalast von Antwerpen mit Urin
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Ex-Radiomoderator Pichal: Bewährungsstrafe wegen Verbreitung von Bildern von sexuellem Missbrauch von Kindern

Der frühere beliebte flämische Radiomoderator Sven Pichal ist wegen Besitz und Verbreitung von Bildern von sexuellem Missbrauch von Kindern zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt worden, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Der Prozess begann mit einem Eklat. bei seiner Ankunft am Antwerpener Gerichtsgebäude wurde Pichal Urin ins Gesicht geschüttet. Sein Anwalt Walter Damen hat bereits angekündigt, dass er Klage einreichen wird. Das Urteil ist definitiv. 

Andreas Kockartz
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Aktualisiertupdate:

Pichal betrat den Gerichtssaal genau wie bei seinem Prozess vermummt. Ein Mann übergoss ihn mit einer stinkenden Flüssigkeit, möglicherweise Urin. Die Verhandlung selbst verlief ruhig. Das Gericht entschied, dass Pichal vorerst nicht zurück ins Gefängnis gehen muss. Er bekam eine Haftstrafe von 3 Jahren mit Bewährung.

Sven Pichal wurde vor Gericht in allen Punkten für schuldig befunden. „Die Fakten sind sehr schwerwiegend“, sagte der Richter bei der Verlesung des Urteils: „Sie zeugen von einem außergewöhnlichen Normverlust, von einer verwerflichen Mentalität und einem völligen Mangel an Respekt vor dem Leid, das hinter den Bildern von sexuellem Missbrauchs dieser extrem jungen Kinder steht (...).“

(Lesen Sie bitte unter dem Video weiter)

ANSEHEN

Strenge Auflagen

Der Verurteilte muss in den nächsten 5 Jahren strenge Auflagen erfüllen. Er muss sich u. a. monatlichen Drogentests unterziehen, darf sich Kindern nicht ohne die Anwesenheit anderer Erwachsener nähern und muss er sich einer intensiven Beratung unterziehen. All dies soll verhindern, dass er erneut straffällig wird.

In seinem Prozess bekannte sich Sven Pichal in allen Anklagepunkten schuldig und gab zu, dass er Missbrauchsbilder auf seinem Mobiltelefon gespeichert und auch an andere Männer weitergeleitet hatte.

Der Staatsanwalt forderte eine Freiheitsstrafe von 37 Monaten, wovon mindestens 1 Jahr effektive Haft. Pichals Anwälte forderten, dass er nicht zurück ins Gefängnis geschickt wird, sondern dass die Strafe vollständig ausgesetzt wird, damit er seine Therapie fortsetzen kann.

Pichal befand sich bereits 3 Monate in Untersuchungshaft im Gefängnis, wurde dann aber unter Auflagen freigelassen. Seinen Anwälten zufolge hält er diese strikt ein, was auch bei der Festsetzung des Strafmaßes eine Rolle gespielt haben könnte.

Keine Berufung

Pichal wird für 5 Jahre entmündigt: Er kann sich dadurch z.B. nicht zur Wahl stellen. Außerdem darf er 5 Jahre lang nicht im Bildungswesen oder in Vereinigungen arbeiten, die sich an Minderjährige richten. Pichal wurde außerdem zu einer Geldstrafe von 8.000 Euro verurteilt, von der die Hälfte gestundet wird.

Sein Anwalt, Walter Damen, teilt mit, dass er mit dem Urteil einverstanden ist und keine Berufung einlegen wird. Auch die Staatsanwaltschaft Antwerpen verzichtet auf eine Berufung. Damit ist das Urteil definitiv und rechtskräftig. 

Zwei Männer, die mit Pichal wegen ähnlicher Delikte in Verbindung gebracht wurden, waren zuvor in getrennten Verfahren zu 18 Monaten Gefängnis mit Bewährung und 30 Monaten Gefängnis mit Bewährung verurteilt worden.

Child Focus

Das Kinderschutz- und Hilfswerk Child Focus - Zivilpartei in dem Fall - äußerte sich nach dem Urteilsspruch zurückhaltend aber zufrieden mit dem Urteil. „Aus der Sicht der nicht identifizierten Opfer in den Aufnahmen ist es schwer, erleichtert zu sein, denn sie bekommen keine Bewährungsstrafe, sondern sind für ihr Leben gezeichnet. Aber wir sind froh, dass sie Anerkennung erhalten haben“, sagte Child Focus-Geschäftsführerin Nel Brootaerts.

Dass Pichal keine effektive Haftstrafe erhalten hat, scheint Broothaerts nicht unmittelbar zu stören. „Heutzutage hat man oft die Wahl zwischen Gefängnis oder Behandlung. Aber im Prinzip sollte die Gesellschaft in der Lage sein, dafür zu sorgen, dass beides gleichzeitig möglich ist“, sagte Broothaerts: „Wir sind froh, dass er sich weiterhin einer Behandlung unterziehen muss und hoffen, dass er sich an die Auflagen hält.“

Sven Pichal und sein Anwalt Walter Damen beim Verlassen des Gerichtsgebäudes

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