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Sven Pichal wurde von seinen beiden Anwälten zum Gerichtssaal begleitet.
Inland
Justiz

Abstoßende Bilder von Kindesmissbrauch: Prozess gegen Ex-Radioproduzent Sven Pichal beginnt am Montag

Der Prozess gegen den ehemaligen Radioproduzenten der öffentlich-rechtlichen Medienanstalt VRT, Sven Pichal, beginnt am Montag vor dem Strafgericht in Antwerpen. Pichal muss sich wegen des Besitzes und der Verbreitung von Bildern von Kindesmissbrauch verantworten.

Belga Martina Luxen
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Am Samstag, dem 26. August 2023, hatte der bekannte Radiomoderator Sven Pichal zunächst bekannt gegeben, dass er „mit sofortiger Wirkung“ aus der VRT ausscheide. Die Mitteilung war von seinem Anwalt Walter Damen verschickt worden. Bald kam ans Licht, dass Pichal zwei Tage zuvor im Rahmen von Ermittlungen wegen Bildern von Kindesmissbrauch von der Polizei zu Hause aufgegriffen worden war. Am 25. August wurde er vom Ermittlungsrichter offiziell festgenommen.

Der Verhaftung vorausgegangen war eine breite Untersuchung über den Besitz und die Verbreitung von Bildern von Kindesmissbrauch. Im August 2023 war ein 34-jähriger Mann aus Antwerpen verhaftet worden. Beim Auslesen seines Mobiltelefons und Computers war der Name Sven Pichal aufgetaucht.  

Vier Männer vor Gericht

  • Musicaldarsteller R.D.B.: Er wurde im Juni wegen des Besitzes und der Verbreitung von Bildern des Kindesmissbrauchs zu 30 Monaten Haft mit Strafaufschub verurteilt.

  • Ein 43-jähriger Mann aus Sint-Truiden wurde ebenfalls im Juni wegen Besitzes und Verbreitung von Bildern von Kindesmissbrauch zu 18 Monaten Haft mit Strafaufschub verurteilt.

  • B.D.: Wurde im Mai wegen des Besitzes und der Verbreitung von Bildern von Kindesmissbrauch und der Vergewaltigung von 2 Minderjährigen zu 8 Jahren Haft verurteilt.

  • Pichal wurde von der Ratskammer unter elektronische Überwachung gestellt. Trotzdem zog es der 43-Jährige vor, in den ersten drei Monaten hinter Gittern zu bleiben. Erst im November verließ Pichal das Gefängnis unter Auflagen (Internet- und Gastronomieverbot, obligatorische Therapie, keinen Kontakt zu den anderen Verdächtigen, zu Minderjährigen und zur Presse, Hausarrest).   

Aus den Akten geht angeblich hervor, dass Pichal rund 200 Bilder von extremem sexuellem Missbrauch von Minderjährigen auf seinem Computer und seinem Mobiltelefon hatte. Nach Ansicht von Experten ist die Menge der Bilder im Vergleich zu ähnlichen Dateien nicht außergewöhnlich groß. Der Inhalt der Bilder wird jedoch als „außergewöhnlich und extrem“ beschrieben.   

Tatbestand

„Es sind abstoßende Bilder“, sagte der Staatsanwalt im Prozess gegen R.D.B., der die Bilder mit Pichal ausgetauscht hat: „Es sind Bilder von Babys bis zu fast 16-Jährigen, die weinen, schreien, nach ihrer Mama rufen."  

Die meisten der von Pichal sichergestellten Bilder stammen aus dem Jahr 2023, aber etwa 30 Bilder reichen bis ins Jahr 2014, also 10 Jahre zurück. Die Kinder auf den Bildern sind nicht identifiziert worden, aber man schätzt, dass sie zwischen 9 Monaten und 17 Jahren alt sind.  

Pichal soll die Bilder in Chats auf Telegram und WhatsApp erhalten und weitergeleitet haben. In diesen Gruppen soll er auch - zusammen mit den drei anderen in den verlinkten Dateien - über sexuellen Kindesmissbrauch fantasiert haben. 

Bei einer Durchsuchung auf der VRT wurde in seinem persönlichen Spind Kokain gefunden. Außerdem ließ sich der VRT-Mitarbeiter Designerdrogen aus den Niederlanden am Arbeitsplatz liefern. Der Vorwurf des Drogenbesitzes wurde gesondert verhandelt. Das Gericht beschloss, Pichal nicht für die Drogendelikte zu bestrafen, wenn er keine neuen Straftaten begeht.

Pichal sieht sich insgesamt fünf Anklagen gegenüber. Bei allen geht es um den Erwerb, den Besitz und die Verbreitung von Bildern des Kindesmissbrauchs. Die Plädoyers werden wahrscheinlich den ganzen Tag andauern.  

Ein Urteil wird nicht vor Dezember erwartet. Theoretisch droht Pichal eine Haftstrafe von 10 Jahren. R.D.B. und der 43-Jährige aus Sint-Truiden, der sich wegen ähnlicher Delikte wie Pichal zu verantworten hatte, wurden zuvor zu 30 Monaten Gefängnis mit Bewährung bzw. 18 Monaten Gefängnis mit Bewährung verurteilt. Da jeder Fall individuell beurteilt wird, bleibt abzuwarten, welche Strafe Pichal letztendlich erhalten wird.

Staatsanwaltschaft fordert 37 Monate Haft, davon 1 Jahr effektiv

 

Die Staatsanwaltschaft fordert gegen Pichal eine Haftstrafe von 37 Monaten. Aufgrund der Schwere der Straftaten beantragt sie jedoch, „ein Jahr dieser Freiheitsstrafe effektiv zu verhängen“. Das Urteil wird am 16. Dezember gesprochen.

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