Zum Hauptinhalt springen

Der neue Bahnfahrplan ist in Kraft getreten - Auch internationale Verbindungen betroffen

Die belgische Eisenbahngesellschaft NMBSSNCB fährt seit Sonntag im neuen Fahrplan. Das Angebot wird um knapp 2 % erhöht, obwohl ursprünglich eine stärkere Ausweitung geplant war. Auf der wichtigen Achse Antwerpen-Brüssel wird eine Fahrt pro Stunde entfallen. Inzwischen sind auch die neuen Direktzüge zwischen Belgien und den Niederlanden unterwegs. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Neben der fast 2-%igen Erweiterung des Zugangebots nimmt die belgische Bahn auch wieder 220 Züge pro Woche auf, die zuvor aufgrund von Personalproblemen befristet gestrichen wurden. Dazu gehören zum Beispiel eine zweite stündliche S-Bahn in der Hauptverkehrszeit zwischen Antwerpen und Herentals und eine Reihe von P-Zügen im Raum Gent, Geraardsbergen und Kortrijk.

Die neuen Zugverbindungen sind hauptsächlich im Vorort-S-Bahnzüge. Im Raum Antwerpen verkehrt die S-Bahn zwischen Puurs, Antwerpen und Essen samstags jetzt zweimal pro Stunde. Im Raum Gent verkehrt ganztägig stündlich eine S-Bahn zwischen Gent, Lokeren, Oudenaarde und Ronse. Außerdem wird ab Juni 2025 die S81 zwischen Schaarbeek, Brüssel-Schuman, Ottignies und Louvain-la-Neuve ganztägig und nicht mehr nur zur Hauptverkehrszeit verkehren.

Bahnreisende können jetzt auch vom Bahnhof Lüttich-Guillemins aus zum Brüsseler Nationalflughafen in Zaventem mit dem Zug fahren, ohne in Löwen umsteigen zu müssen. Die neue Linie führt über Ans und Waremme. Diese Neuerung ist für Pendler aus diesen Ortschaften in der Provinz Lüttich nachteilig, da sich ihre Fahrzeit nach Brüssel dadurch um 13 Minuten verlängert. 

Aderlass zwischen Antwerpen und Brüssel

Auf der wichtigen Bahnachse zwischen Antwerpen und Brüssel werden dagegen werktags nur noch vier statt fünf IC-Züge pro Stunde verkehren. Die NMBS verlor Fahrplanslots auf der Strecke an den internationalen Bahnanbieter Eurostar durch mehr Hochgeschwindigkeitszüge in Richtung Niederlande. Bei einer Reihe anderer Züge muss die NMBS den Fahrplan anpassen.

Reisende können über die Fahrplanauskunft der SNCB auf der Website oder in der App überprüfen, ob sich für ihren Zug etwas ändert. Ursprünglich hatte die SNCB eine größere Ausweitung des Angebots geplant. Doch u.a. ein Mangel an Lokführern zwang die Bahngesellschaft dazu, einige Projekte zu verschieben - zum Beispiel mehr Züge in der Nacht und am Wochenende. Sie hält jedoch an ihrem Ziel fest, das Zugangebot bis 2032 um 10 % (im Vergleich zu 2022) zu erweitern. Die Fahrgastzahlen sollen in diesem Zeitraum um 30 % steigen.

Neuer, schnellerer Zug zwischen Brüssel und Amsterdam 

Der Eurocity Direct - die neue, schnellere Zugverbindung zwischen Brüssel-Süd/Midi und Amsterdam-Centraal - ist seit Sonntag im Fahrplan. Der Zug, der unterwegs nur in Antwerpen-Centraal, Rotterdam-Centraal und Schiphol hält, wird die gesamte Strecke 45 Minuten schneller als die derzeitige IC-Verbindung zurücklegen und täglich 16 Abfahrten und Ankünfte bieten.

Darüber hinaus wird die derzeitige Verbindung unter dem Namen Eurocity beibehalten, aber auf die Strecke zwischen Brüssel-Süd/Midi und Rotterdam-Centraal verkürzt. Die Haltestellen auf der Strecke sind wie bisher Brüssel-Zentral, Brüssel-Nord, Brüssel Flughafen-Zaventem, Mechelen, Antwerpen-Berchem, Antwerpen-Zentral, Noorderkempen und Breda.

Der Preis für ein Eurocity-Direkt-Ticket liegt zwischen 25 € und 64,10 €. Wer mit dem Eurocity eine Fahrkarte nach Rotterdam kaufen möchte, zahlt zwischen 13,10 € und 32,70 €. Mit dem Eurocity kann man auch innerhalb Belgiens fahren, so dass die NMBS/SNCB-Tickets auch innerhalb Belgiens gültig sind. Beim Eurocity Direct ist dies nicht der Fall.

Mehr ICE-Züge zwischen Belgien und Deutschland

Schon seit dem vergangenen Sommer setzt die Deutsche Bahn auf ihren Verbindungen nach Belgien und in die Niederlande den neuen ICE 3 neo der Baureihe 408 ein. Ab dem 12. April 2025 bis zum 2. November 2025 bietet die DB eine tägliche Spätverbindung, die ansonsten lediglich am Wochenende angeboten wird. Mit diesen neuen Verbindungen werden in Deutschland auch die Städte Montabauer und Limburg/Lahn - hier der Südbahnhof - angefahren. 

An den anderen Tagen im seit Sonntag laufenden Winterfahrplan ergänzt ein neuer ICE die Verbindung zwischen Köln und Frankfurt HBF. Dieser bietet in der Domstadt einen Anschluss an ICE- bzw. Eurostarzüge aus Richtung Belgien an. Bei Eurostar, früher Thalys, ändert sich im neuen Fahrplan nichts wesentliches zwischen Brüssel bzw. Lüttich und Köln bzw. Dortmund und Essen. 

Ein ICE 3 neo in Lüttich-Guillemins

Lesen Sie mehr über

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5