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Ein "IC-Snel"-Zug in Brüssel Süd/Midi

Neuer Fahrplan: Fahrgastverband protestiert einmal mehr gegen den Wegfall von zahlreichen Bahnverbindungen

Wenn am 15. Dezember der neue Fahrplan der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB in Kraft tritt, dann wird für viele Pendler alles anders. Vor allem zwischen Brüssel und Antwerpen (und weiter bis in die Niederlande) fallen nationale Zugverbindungen zugunsten von internationalen Prestigeprojekten wie dem neuen „IC-Snel“ zwischen Brüssel und Antwerpen und einer neuen Eurocity-Verbindung auf quasi der gleichen Strecke weg. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Als die NMBS und die niederländische Bahngesellschaft NS vor einiger Zeit ankündigten, dass zum Fahrplanwechsel im Dezember (der Winterfahrplan 2024-2025) die neue und häufiger frequentierte IC-Verbindung zwischen Brüssel und Amsterdam anlaufen würde, ahnten die Fahrgastverbände hierzulande schon nichts Gutes. Jetzt wurden ihre Sorgen offenbar bestätigt.

Als die definitive Version des Winterfahrplans bekannt wurde, stellten der belgische Fahrgastverband TTB fest, dass der „IC-Snel“ zwischen der belgischen Hauptstadt und der niederländischen Metropole bereits in diesen Eingebaut ist „und dies hat einen enormen Impakt auf die Inlandsreisenden.“

Weil vor allem in und um Brüssel Engpässe bei den Fahrplanslots entstehen, sind nationale Züge entweder gestrichen, in ihrer Frequenz beschnitten oder umgeleitet worden. Das betrifft Verbindungen, die weit über den Großraum Brüssel oder Antwerpen hinausgehen.

Eine weitere Kritik ist die, dass die neuen internationalen Verbindungen zwischen Belgien und den Niederlanden auf nationaler Ebene, z.B. mit Pendlerabos nicht nutzbar sind. Hier sind nur Fahrgäste mit internationalen Fahrkarten zugelassen. Eine Alternative für Berufspendler bieten diese Eurocitys also nicht.

Proteste des Fahrgastverbandes ZugTramBus (TTB) und ein kritischer offener Brief von Bürgermeistern von zahlreichen in Belgien betroffenen Städten und Gemeinden an Belgiens Bahnchefin Sophie Dutordoir von der NMBS und auch Apelle aus Wirtschaft und Politik haben für kein Einlenken gesorgt. 

Welche Linien/Städte sind z.B. betroffen?

  • Die IC-Direktverbindung zwischen Genk (Limburg) und der Küste verschwindet an Werktagen

  • Am Wochenende ändern sich in der Provinz Limburg so ziemlich alle Anschlüsse zwischen der Bahn und den Bussen von De Lijn

  • Westflandern: Reisende zwischen Kortrijk und Blankenberge müssen in Brügge eine halbe Stunde auf ihre Anschlüsse warten

  • In den Bahnhöfen Mechelen-Nekkerspoel und  Mortsel-Oude God hält nur noch jede halbe Stunde ein Zug in beiden Richtungen auf dem Weg zwischen Antwerpen und Brüssel

  • Die Fahrzeit zwischen Waremme bei Lüttich und Brüssel dauert im IC 20 Minuten länger

  • Zwischen Antwerpen und Brüssel wird jeder vierte Zug in beiden Richtungen aus dem Fahrplan genommen

  • Zwischen Dendermonde in Ostflanden und Brüssel wird es nur noch einen statt zwei S-Bahnzüge in beiden Richtungen geben

  • Hier fällt zudem in der Brüsseler Gemeinde Jette in Richtung Zentrum von Brüssel weg – vor Corona gab es hier sogar drei Umsteigemöglichkeiten pro Stunde

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