Didier Reynders (frankophone Liberale, MR) muss den Ermittlern die Herkunft eines Betrags von rund 1 Million Euro erklären. Das berichtet der französischsprachige öffentlich-rechtliche Sender RTBF. Reynders und seine Frau wurden letzte Woche im Rahmen einer Geldwäsche-Untersuchung verhört. Die Ermittlungen würden auch über Transaktionen über die Nationallotterie hinausgehen.
Geldwäsche-Ermittlungen gegen Ex-EU-Kommissar Reynders: Summe von etwa 1 Million Euro steht im Raum
Am Dienstag wurden die Ermittlungen gegen den ehemaligen Bundesminister und EU-Kommissar Didier Reynders (MR) bekannt. Die Brüsseler Staatsanwaltschaft soll schon seit einigen Monaten wegen Geldwäsche ermitteln.
Reynders soll jahrelang Lose von der Nationallotterie gekauft haben, um Schwarzgeld zu waschen. Laut RTBF habe nicht nur der Kauf von Lotteriescheinen, sondern auch die regelmäßige Einzahlung großer Bargeldsummen bei der Bank die Aufmerksamkeit der Ermittler auf sich gezogen. Die verdächtigen Zahlungen im Wert von etwa 1 Million Euro würden bis ins Jahr 2010 zurückreichen.
Ein Teil der Ermittlungen konzentriert sich auf den Kauf von Losen im Wert von etwa 200.000 Euro mit Bargeld in den letzten 5 Jahren. Bei den restlichen 800.000 Euro handelt es sich laut RTBF um Bargeld, das zur Bank gebracht und auf ein oder mehrere Konten verteilt wurde.
„Spielsucht“
Offiziell wurde Reynders noch nicht angeklagt. Am Dienstag wurden er und seine Frau bis in den späten Abend von den Ermittlern vernommen.
Laut RTBF soll Reynders bei den Vernehmungen angegeben haben, dass der wiederholte Kauf von Lottoscheinen auf eine Spielsucht zurückzuführen sei.
Reynders reagierte am Freitagnachmittag zum ersten Mal über seinen Anwalt auf den Fall. „Herr Didier Reynders wird dem mit diesem Fall betrauten Richter alle notwendigen Erklärungen über die Verwaltung seines Privatvermögens geben. Die strafrechtliche Qualifizierung […] wird formell bestritten“, ließ er über die Nachrichtenagentur Belga wissen.

