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Inland
Justiz

Ermittlungen gegen Ex-EU-Kommissar Didier Reynders wegen möglicher Geldwäsche

Gegen den ehemaligen EU-Kommissar und Minister Didier Reynders (MR) wird wegen möglicher Geldwäsche ermittelt. Das berichten die französischsprachige Zeitung Le Soir und die niederländische Rechercheplattform Follow The Money. Die Nachricht wird von der Brüsseler Staatsanwaltschaft bestätigt. Reynders wird verdächtigt, mithilfe von Lottospielen Schwarzgeld gewaschen zu haben.

Jens Van Reet
Veröffentlicht:

Gegen Didier Reynders von den französischsprachigen Liberalen (MR), bis zum vergangenen Samstag EU-Justizkommissar, läuft ein gerichtliches Ermittlungsverfahren wegen möglicher Geldwäsche. Reynders soll jahrelang Lose von der Nationalloterie mit Bargeld gekauft haben, um das Schwarzgeld zu waschen.

Im Rahmen dieser Ermittlungen hätten Ermittler der Bundespolizei am Dienstag mehrere Gebäude durchsucht, darunter auch die Privatwohnungen von Reynders. Auch Reynders selbst sei verhört worden. Die Staatsanwaltschaft bestätigt, dass tatsächlich Hausdurchsuchungen stattgefunden haben. Man will sich aber nicht weiter dazu äußern und betont, dass während der Ermittlungen die Unschuldsvermutung gilt.

Die Durchsuchungen seien Teil von seit Monaten laufenden Ermittlungen. Das Justizministerium habe mit den Hausdurchsuchungen gewartet, bis Reynders' Mandat am Sonntag, dem 1. Dezember, auslief und der Spitzenpolitiker seinen Schutz als EU-Kommissar verlor.

Nicht das erste Mal

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Gerichtsverfahren gegen Reynders wegen Geldwäsche läuft. Vor fünf Jahren stand nach Aussagen eines Ex-Agenten der Staatssicherheit auch schon der Verdacht der Geldwäsche und Korruption im Raum. Der Mann wies damals auf mögliche Unregelmäßigkeiten unter anderem beim Bau der belgischen Botschaft im Kongo und bei der Pacht für das Hauptquartier der Bundespolizei hin. Außerdem beschuldigte er Reynders der Bestechung durch Waffenhändler und durch einen kongolesischen Wahlkandidaten. Reynders wies diese Vorwürfe zurück.

Die Ermittlungen wurden rasch eingestellt, da keine Beweise gefunden wurden. Reynders wurde wenig später EU-Justizkommissar.

Didier Reynders wurde 2019 EU-Kommissar für Justiz. In dieser Position musste er in den vergangenen Jahren überprüfen, ob sich die EU-Mitgliedstaaten an die europäische Gesetzgebung halten und ob die Politik nirgendwo in die Justiz eingreift.

Zuvor war Reynders Bundesfinanz- und außenminister. Von 1999 bis 2011 war er als Finanzminister für die Nationallotterie verantwortlich.

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