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Diksmuide im November 2023

Westflandern: Die Arbeiten zur Vermeidung von Hochwasser in der Westhoek kommen gut voran

Ein Jahr nach der Überschwemmung in der Westhoek in der Provinz Westflanden traf sich die Taskforce zum Hochwasserschutz der Region in Diksmuide. Im vergangenen Jahr wurde diese Gruppe, der der Provinz-Gouverneur, die Wasserwege-Verwaltung (De Vlaamse Waterweg), die lokalen Polderverwaltungen und die flämische Umweltgesellschaft angehören, gebildet. Der Aktionsplan enthält 75 Maßnahmen zur Vermeidung von Überschwemmungen. Ein Jahr später ist fast alles fertig, heißt es bei der Arbeitsgruppe. In der Provinz Ostflandern jedoch hinkt der Hochwasserschutz. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Im November 2023 kam es in der Westhoek aufgrund von außergewöhnlich starken Niederschlägen und eines daraus resultierenden verstärkten Regenwasserabflusses aus Frankreich zu schweren Überschwemmungen. 

Der Boden wurde übersättigt, mehrere Wasserläufe im Becken der Ijzer traten über die Ufer und 6.000 Hektar Ackerland wurden überflutet. Das Wasser drang in mehrere Häuser und Bauernhöfe ein.

Die flämische Landesregierung setzte daraufhin diese Taskforce ein und genehmigte einen Aktionsplan, um die Westhoek, das ist der äußerste Westen der Provinz Westflandern im Dreieck französische Grenze und Nordseeküste, widerstandsfähiger gegen Überschwemmungen zu machen.

Der Plan sah 75 Maßnahmen vor, für die 80 Mio. € bereitgestellt wurden.

59 der 75 Maßnahmen sind in Arbeit

„Alle Beteiligten arbeiten hart an der Umsetzung der Maßnahmen“, sagte die Co-Vorsitzende der Taskforce, Krista Maes: „59 der 75 Maßnahmen sind in Arbeit und sieben wurden bereits abgeschlossen. Dazu gehören Bagger- und Deicharbeiten oder die Schaffung neuer Pufferbecken. So wurden beispielsweise der Winterdeich repariert und Baggerarbeiten im Lovaart-Kanal durchgeführt.“

Neben den sichtbaren Arbeiten wurden auch viele Dinge realisiert, die weniger deutlich sind, sagt Geert Weymeis von der Wasserwege-Verwaltung: „Es geht um die vollständige Kartierung kritischer Infrastrukturen oder auch um einen Pumpenplan.“

Maßnahmen gegen die globale Erwärmung

Im Zusammenhang mit dem Klimawandel müssen auch längerfristige Maßnahmen ergriffen werden, meint Geert Weymeis: „Kurzfristige Maßnahmen sind gut, um die Westhoek auf eine Wiederholung der Hochwasserkatastrophe von Ende 2023 vorzubereiten. Aber der Klimawandel verlangt nach größeren Maßnahmen. Soll zum Beispiel der Winterdeich erhöht werden, oder wo können wir feste Wasserpumpen installieren? Das sind nur einige der Dinge, die längerfristig geprüft werden müssen.“

Die Provinz Ostflandern verschiebt Entscheidung über zusätzliche Analysen zum Hochwasserrisiko

Die Provinz Ostflandern wird vorerst keine zusätzlichen Risikoanalysen für hochwassergefährdete Gebiete in Auftrag geben. Provinzratsmitglied Kenneth Taylor (Open VLD) hatte dies nach den jüngsten Überschwemmungen in Spanien und wegen der vielen Wasserläufe in Ostflandern gefordert. Die scheidende Provinzregierung sagt dazu, dass dies die neue Verwaltung entscheiden müsse.

Bei einer solchen Risikoanalyse soll untersucht werden, wo in Ostflandern bei starken Regenfällen Überschwemmungen drohen könnten. Nach Angaben der Provinz gibt es bereits solche Studien und Pläne, die aber nicht die gesamte Provinz abdecken. Außerdem seien mehr Daten und Investitionen erforderlich.

Die Opposition akzeptiert keine Verzögerung: „Eine Studie in Flandern hat deutlich gemacht, dass es uns fast 6 Mia.€ kosten würde, wenn eine Wasserbombe auf Ostflandern fallen würde, wie kürzlich in Valencia geschehen. Ich gaube, es ist besser, diese Mittel im Voraus zu investieren“, so Taylor.

In Bezug auf Hochwasser in geschehe in Ostflandern bereits einiges, so der flämische Liberale, „Aber messen heißt natürlich wissen. Wir müssen in der Lage sein zu sehen, wo wir in den kommenden Jahren investieren müssen. Flandern hat seine Budgets gekürzt. Dabei gibt es in unserem Gebiet viele Wasserläufe. Deshalb ist es gut, eine Studie wie diese durchzuführen, damit wir für die Zukunft gerüstet sind.“

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