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"Au Daringman"-Pächterin Martine Peeters steht seit 2000 hinter dem Tresen: "Was hat jetzt der neue Besitzer vor?"

Ist die Inneneinrichtung des Cafés Au Daringman „zu billig“ für den Denkmalschutz?

Die Königliche Kommission für Denkmäler und Landschaften in Brüssel (KCML) hat ein negatives Gutachten zum Denkmalschutz für das Café „Au Daringman“ am Vlaamsesteenweg im Zentrum der belgischen Hauptstadt abgegeben. Nach Ansicht der Denkmalschutzkommission ist die Inneneinrichtung „mit billigen Materialien im so genannten ‚Cheap-déco-Stile‘ ausgeführt“, wie die Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ dazu schreibt.

Andreas Kockartz
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Die Brüsseler Regionalregierung hatte das Verfahren zum Denkmalschutz für dieses traditionsreichen Cafés im März eingeleitet. Es ist eines dieser typischen Brüsseler Cafés in einer Atmosphäre, die während des Zweiten Weltkriegs und in den Nachkriegsjahren herrschte. Aus dieser Zeit stammen sowohl das Gebäude, als auch die Inneneinrichtung.

„Mit dieser Unterschutzstellung wollen wir sicherstellen, dass die Innenräume dieser Arbeitercafés nicht verschwinden, damit jeder auch in Zukunft die einzigartige Atmosphäre genießen kann“, erklärte seiner Zeit die scheidende Brüsseler Staatssekretärin für Stadtplanung und Kulturerbe, Ans Persoons (vooruit.brussels).

Das KCML erkennt an, dass das Café ein Zeugnis für diese Art von Café im Stil der Nachkriegszeit ist. Doch die Kommission ist nicht der Ansicht, „dass der Wert des Denkmals so hoch ist, dass er eine Unterschutzstellung als rechtfertigen kann“.

"Billige Materialien"

„Die Innenausstattung wurde mit billigen Materialien ausgeführt, die das Aussehen der edleren Materialverwendung des Art déco nachahmen und auch die Formensprache dieses Stils wieder aufgreifen“, heißt es in der Stellungnahme: „Die verschiedenen Elemente der Innenausstattung (Bänke, Fußboden, Vertäfelung...) wurden mehrfach verändert, teilweise unsachgemäß repariert und sind größtenteils stark abgenutzt.“ Obwohl dem Objekt ein gewisser Denkmalwert zugeschrieben werden kann, ist das KCML der Ansicht, dass nicht ausreichend nachgewiesen wurde, dass dieses Café ein besonders bemerkenswertes Beispiel für diese Art von Cafés in der Region ist.

Schließlich stellt das KCML fest, dass es in der Region „noch eine ganze Reihe von Arbeiterkneipen gibt, von denen einige von höherer Qualität sind“. Um eine fundierte Auswahl dieses Erbes zu treffen und die auffälligsten und herausragendsten Beispiele für den Denkmalschutz zu nominieren, scheint dem KCML ein globalerer Ansatz angemessen.

"Angst davor, was der nächste Besitzer tut"

Pächterin Martine Peeters hält das für eine Todsünde: „Es gibt schon so wenige einzigartige Cafés.“ Braune Stühle, Kunstleder und vor allem viel Art déco. Ein Café, das ikonischer ist als „Au Daringman“, gibt es kaum. Die Kneipe am Vlaamsesteenweg im Stadtzentrum schaffte es sogar auf die Liste der besten Cafés der britischen Tageszeitung „The Guardian“. Die Brüsseler Regionalregierung wollte dies mit einem Antrag an das KCML offiziell machen, doch daraus wird wohl nichts.

„Das ist sehr schade“, meint Betreiberin Martine Peeters. „Das denkt jeder, der etwas mit dem ‚Au Daringman‘ zu tun hat. Es gibt schon so wenige einzigartige Cafés. Heutzutage gibt es nur noch Ketten oder Lounge-Bars mit trendigem Dekor. So wird alles zum Einheitsbrei.“

Der Denkmalschutz war für Martine also willkommen, auch wenn sie im März noch skeptisch war. Ihr Café wurde inzwischen übernommen, und es ist noch ungewiss, ob sie bleiben darf. „Die Verhandlungen laufen noch, und ich hoffe immer noch, dass ich bleiben kann“, seufzt sie. „Ich habe immer noch Angst davor, was ein neuer Besitzer mit dem Café machen würde. Ich kann es nicht ertragen, daran zu denken.“

Der neue Besitzer des Cafés ist das Gastronomieunternehmen Horeca Logistics Servies (HLS) der Getränkehändler Haelterman, die im Brüsseler Stadtzentrum u.a. das „Billie“ (ex-Monk), den Irish Pub „O’Reilly’s“, das „Wolf“ und das „Bega Queen“ sowie das „Metteko“ betreiben. HLS erwarb die gesamte Immobilie von den privaten Besitzern. Normalerweise müssten in ihrem Café jetzt die Produkte angeboten werden, die HLS im Portefeuille führt, so Peeters, die nicht weiß, wie sie damit leben kann. Die entsprechenden Verhandlungen laufen...     

"Au Daringman" - Nicht denkmalschutzwürdig?

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