Die Witwe von Jozef Chovanec und der slowakische Staat gehen gegen die Entscheidung, dass es im Fall des in einer Polizeizelle am Flughafen von Charleroi ums Leben gekommenen Geschäftsmannes keinen Prozess geben soll, in Berufung. Die Ratskammer von Charleroi hatte im September beschlossen, dass der Fall nicht weiter juristisch behandelt werden soll.
Todesfall Chovanec: Die Slowakei und die Witwe des Opfers gehen in Berufung
Dies bestätigte inzwischen auch Hayat Karim, die Anwältin von drei Polizeibeamten, die Chovanec in einer Zelle im Flughafen von Charleroi so lange im Würgegriff hielten, dass er später an den Folgen davon starb. Gegen alle 31 in diesem Fall verdächtigen Personen sollen die Ermittlungen eingestellt werden.
Jozef Chovanez starb am 27. Februar 2018 im Marie Curie-Krankenhaus von Charleroi, wo er am 24. Februar eingeliefert wurde, nach dem er durch die harte Behandlung von Polizisten und Pflegern einen Herzinfarkt erlitten hatte.
An diesem Tag sollte der damals 38 Jahre alte Geschäftsmann einen Flug in die Slowakei nehmen, doch an Bord der Maschine soll er sich so aggressiv verhalten haben, dass ihn Polizisten in eine Zelle des Charterflughafens brachten. Dort soll er derartig ausgerastet sein, dass jeder Versuch, ihn zu beruhigen fehlschlug.
Chovanec befand sich offenbar in einer Art Delirium und wurde mit harter Hand von Polizistinnen und Polizisten übermeistert und von herbeigerufenem Pflegepersonal mit Spritzen beruhigt. Der Vorgang wurde von einer Überwachungskamera in der Flughafenzelle aufgezeichnet. Doch die Staatsanwaltschaft Charleroi will die Ermittlungen gegen die 31 hier angeklagten Personen einstellen.

