Das Orkantief Kirk hat Belgien am Donnerstagmorgen wieder verlassen. Die anhaltenden Niederschläge haben vor allem in den südlichen wallonischen Provinzen Luxemburg, Lüttich und Namür Schäden durch Überschwemmungen angerichtet, doch diese waren nicht so groß, wie befürchtet. In den Voeren in der flämischen Provinz Limburg und in der Brüsseler Region musste die Feuerwehr nicht oft ausrücken. Allerdings können die Pegelstände der Wasserläufe durch nachfließendes Wasser noch steigen.
Die größten Probleme hatte die Stadt Couvin in der Provinz Namür, wo der kommunale Notfallplan ausgerufen wurde. Hier trat der Fluss Eau Noire über die Ufer und überschwemmte das Zentrum der Ortschaft. Am Morgen war das Wasser aber wieder abgelaufen. Einige Keller liefen voll und am Ortsrand wurde ein Campingplatz evakuiert. Da dieser von der Außenwelt durch das Wasser abgtrennt war, musste ein Hubschrauber eingesetzt werden, um die Betroffenen zu retten (Video oben).
In der Nähe wurde die Umgebung der Grotten von Han vorsichtshalber gesperrt. Leichte Überschwemmungen wurden auch aus den Ortschaften Viroinval, Olloy, Oignies und Nismes gemeldet.
Aus der Provinz Luxemburg wurden rund 100 Einsätze der Feuerwehr gemeldet. In der Provinz Lüttich war in erster Linie die Ortschaft Theux am schwersten betroffen. Hier trat die Hoëgne über das Ufer und überflutete eine Straße und die lokale Feuerwehrkaserne.
Das Tief ist abgezogen und es hat weitgehend aufgehört zu regnen, doch damit ist die Regenwarnstufe „Code Gelb“ noch nicht aufgehoben. Das Königliche Meteorologische Institut KMI in Brüssel warnt vor nachfließendem Wasser in etwa 20 Flüssen und Bächen in der Wallonie. Die Scheitelpunkte seien noch nicht überall erreicht, hieß es am Donnerstagmorgen und es kann noch zu Überflutungen kommen.
Flandern und Brüssel
Die Voeren-Region in der flämischen Provinz Limburg an der Grenze zur Provinz Lüttich ist weitgehend mit dem Schrecken davongekommen. Hier hatte man sich aus Erfahrung auf große Wassermassen durch den anhaltenden Regen u.a. mit Sandsäcken vorbereitet. In 's Gravenvoeren hatte der Fluss Voer zwar den Alarm-Pegelstand erreicht, doch es kam nicht zu Schäden durch Hochwasser. Die Berwijn in Moelingen blieb knapp unter dem Risiko-Pegel.
Im Rest der Provinz Limburg wurde die Feuerwehr rund 20 Mal angerufen und zwar in den Städten Bilzen, Riemst, Tongeren und Sint-Truiden. In Tongeren laufen die Hochwasserausgleichbecken noch voll.
In Brüssel wurde die Feuerwehr lediglich zum vollgelaufenen Vleurgattunnel unter der Louizalaan und zum Groendreef im Nordviertel in der Nähe von Thurn & Taxis gerufen. Ansonsten waren hier die Regenmengen nicht so stark, wie im Südosten des Landes.

