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Belgiens Verkehrsminister streicht die Pläne der Bahn, weniger Züge einzusetzen

Belgiens scheidender Verkehrsminister Georges Gilkinet von den frankophonen Grünen Ecolo, hat die Pläne der belgischen Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB, das Zugangebot etwas zu verringern, gestrichen. Damit allerdings stößt er auf Kritik der sozialistischen Gewerkschaft ACOD Spoor, die davon wiederum nichts hält, denn mit dem aktuell herrschenden akuten Personalmangel sei das nicht zu bewerkstelligen. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Anfang September wurde bekannt, dass die belgische Bahn ihre Ambitionen, mehr Züge einzulegen, zurückschrauben will. 13 der insgesamt 15 Zukunftsprojekte sollten vorerst verschoben oder ausgesetzt werden. Grund dafür ist die Einschätzung, dass nicht genügen Lokführer und Zugschaffner zur Verfügung stehen. Seinerzeit bat Verkehrsminister Gilkinet die Bahn darum, dieses Vorhaben nicht umzusetzen, vergebens. 

Der Verwaltungsrat der NMBS/SNCB setzte das Vorhaben „im gemeinsamen Konsens“ aus. Jetzt aber schraubt der Verkehrsminister der scheidenden belgischen Bundesregierung dieses Vorhaben zurück und macht die Entscheidung des Verwaltungsrates ungetan, wie die flämische Tageszeitung De Standaard dazu am Wochenende schrieb.

Selten ist ein scheidender Bundesminister so weit gegangen, eine solch weitreichende Entscheidung zu treffen, meinen gleich mehrere Medien in Belgien, auch wenn dies eher ein technischer Vorgang ist. Offenbar laufen aktuell Gespräche diesbezüglich zwischen Bahn und Minister.  

Gewerkschaft läuft Sturm

Die sozialistische Eisenbahnergewerkschaft ACOD Spoor hält von dem Tun des scheidenden Verkehrsministers nur sehr wenig und wirft diesem vor, wirklichkeitsfremd zu sein. Gilkinet will vor allem erreichen, dass Abends und an den Wochenenden mehr Züge vor allem zwischen den großen Städten und den Ballungsräumen eingesetzt werden. Aber die Gewerkschaft glaubt, dass dies nicht möglich ist, da zu wenig Personal zur Verfügung stehe.

Die derzeitigen Mitarbeiter müssten dann wieder massig Überstunden leisten und der Kundendienst für die Fahrgäste würde darunter leiden. Kritiker sind der Ansicht, dass dadurch an anderer Stelle bei der Bahn weitere Angebote zu leiden hätten. Die ACOD wirft Minister Gilkinet auch vor, damit die Sozial- und Tarifverhandlungen zwischen Bahn und Gewerkschaften unter Druck zu setzen. 

Noch-Verkehrsminister Georges Gilkinet (Ecolo)

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