Ab dem 16. September beginnen die Grenzkontrollen gegen illegale Einwanderung und Terrorgefahr an den deutschen Landesgrenzen. Davon betroffen ist auch die Grenze nach Belgien. Hier sind vor allem neben dem LKW- und Reiseverkehr die zahlreichen Arbeitnehmer und Pendler, die täglich nach Deutschland zur Arbeit fahren. Wirtschaftlich seien diese Grenzkontrollen keine gute Sache, meinen Experten.
Kontrollen auch an der belgisch-deutschen Grenze - Aus wirtschaftlicher Sicht unerwünscht
Belgiens scheidende Außenministerin Annelies Verlinden (CD&V) sagte diese Woche dazu, dass Belgien zwar die Situation in Sachen illegale Einwanderung und Terrorgefahr verfolge, „doch im Moment gibt es keinen Anlass dafür, strikte Grenzkontrollen wieder einzuführen.“
Verlinden stellt auch fest, dass Grenzkontrollen wirtschaftlich nachteilig sind: „Wir müssen uns klar darüber sein, dass dies Nachteile hat und dass wir eine offene Wirtschaft haben, bei der viele Leute sehr oft über die Grenze fahren, um dort einzukaufen, zu arbeiten oder jemanden zu besuchen.“
Die von Deutschland ab der kommenden Woche durchgeführten Grenzkontrollen verärgern diejenigen, die nahe der Grenze leben und diese häufig überqueren zu eben jenen Gründen, die die belgische Innenministerin hierzu anführte. Das betrifft auch und vor allem zahlreiche Ostbelgier, die in Nordrhein-Westfahlen oder in Rheinland-Pfalz arbeiten oder studieren bzw. dort Familie und Freunde haben.
Kein Interesse an langen Staus…
Der Kritik schloss sich auch Hendrik Vos, Experte für Europapolitik von der Universität Gent, an, der diese Woche gegenüber der flämischen Tageszeitung Het Nieuwsblad ebenfalls andeutete, Deutschland und Belgien würden eine sehr offene Wirtschaft führen. Niemand könne aus wirtschaftlicher Sicht ein Interesse daran haben, dass es an den Grenzen in Richtung Deutschland zu langen Staus kommt.
Vos erinnerte auch daran, dass die Grenzschließungen und -kontrollen während der Coronakrise seinerzeit nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen sehr schnell wieder aufgegeben wurden.

