Wie erwartet, sind die Mitarbeiter von Audi in Brüssel am Mittwochmorgen nicht an die Arbeit gegangen. Am Dienstag hatte die Direktion bekanntgegeben, dass hier weder von Audi selbst, noch von einer anderen Marke der Volkswagengruppe, die Montage eines neuen Modells in Auftrag gegeben wird. Die Gewerkschaften gehen davon aus, dass das Werk geschlossen wird. Indessen fühlen sich die Mitarbeiter der Zulieferfirmen von Audi in Belgien übergangen.
Die Belegschaft von Audi Brussels legt die Arbeit nieder: "Wollen mehr Deutlichkeit zu unserer Zukunft"
Eigentlich war geplant, dass ab diesem Mittwoch die Produktion des Audi Q8 e-tron wieder anlaufen sollte, doch die Ankündigung der Direktion, dass hier im Werk in der Brüsseler Gemeinde Vorst kein neues Modell anstelle des elektrischen SUV gebaut werden soll, machte dem den Garaus. Ohne Alternative, so die Gewerkschafen, sei dies „der Genickschuss für die Fabrik“.
Audi Brussels-Sprecher Peter D’Hoore sagte am Dienstag, dass es nicht zwangsläufig zu einer definitiven Schließung kommen müsse: „Wir sprechen mit potentiellen Investoren, doch die Verdeutlichung davon halten wir bis zur außergewöhnlichen Betriebsratssitzung mit den Sozialpartnern zurück.“
Vorerst nicht mehr Informationen
Laut D’Hoore würden derzeit einige Szenarien besprochen. Die Gewerkschaften hoffen, dass es hier in irgendeiner Form weitergehen kann. Doch auch sie erfahren vor der außergewöhnlichen Betriebsratssitzung am 17. September nicht mehr. Dann aber werden sie detaillierte Informationen einfordern, z.B. darüber, wer die möglichen Investoren sein könnten.
Am 16. September kommt es auf Initiative der Gewerkschaften von Audi in Brüssel zu einem Protestmarsch. Hier gilt der Aufruf auch an andere Industriezweige in Brüssel respektive in Belgien, um sich dem anzuschließen, denn Audi sei „nur die Spitze des Eisbergs“ und es würde weitere Werksschließungen und Arbeitsplatzverluste drohen.
Zulieferer: „Wir werden vergessen“
Seit einigen Tagen zelten bereits einige Mitarbeiter von Zulieferfirmen vor den Audi-Werkstoren, denn einige dieser Firmen sind unmittelbar von einer Schließung der Fabrik betroffen, da sie fast ausschließlich für den Autobauer aus Ingolstadt tätig sind. Generell sei man hier von der Malaise in der Automobilindustrie in Belgien betroffen.
„Wir wollen das gleiche, wie die Audi-Beschäftigten, doch wir werden nicht von den Unternehmen über die laufenden Gespräche informiert und wir werden nicht einmal zu den Betriebsversammlungen eingeladen. Darum kämpfen wir hier für unsere Rechte, denn wir sind genauso viel wert, wie die Audi-Beschäftigten“, sagte Sébastien Volders von der christlichen Gewerkschaft ACV gegenüber der Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ.

