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Eine DHL-Boeing "Triple 7" im Nachtflug (Archivfoto)

DHL darf vorerst weiter nachts von Brüssel aus Boeing 777-Maschinen einsetzen

Der Expressdienst DHL darf vorerst auch in der Nacht weiterhin Frachtflugzeuge vom Boeing-Typ 777 vom Brussels Airport aus einsetzen. Belgiens scheidender Verkehrsminister Georges Gilkinet (Ecolo) hatte dies letztes Jahr verhindert, doch jetzt hebt er diese Maßnahme nach Protesten der flämischen Landesregierung wieder auf. Damit will er gemeinsam mit Flandern und mit der Brüsseler Region eine dauerhafte Lösung ermöglichen. Indessen rufen Umweltverbände die noch zu bildende neue belgische Regierung dazu auf, einen Intendanten für den Brüsseler Nationalflughafen und seine Problematik.

Andreas Kockartz
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Anfang August hatte die flämische Landesregierung einen Interessenkonflikt gegen die ministerielle Anordnung Gilkinets eingereicht. Der frankophone grüne Verkehrsminister hatte Nachtflüge von Brüsseler Frachtflughafen BruCargo am Nationalflughafen in Zaventem (Flämisch-Brabant) mit „Triple 7“-Boeings aufgrund deren Geräuschentwicklung untersagt. 

Aus Flandern verlautete dazu, dass DHL diese Maschinen brauche und dass eine weitere Einschränkung der Aktivitäten des deutschen Paketdienstes zum Abbau von Arbeitsplätzen am Brussels Airport führen könnte. Flanderns scheidender Landesminister für den Brüsseler Rand, der flämische Nationaldemokrat Ben Weyts (N-VA) sagte dazu, dass diese Maschinen leiser fliegen würden, weil sie kaum ganz beladen wären und deshalb nicht wirklich schwer seien.

Bundesverkehrsminister Gilkinet geht vorläufig also auf die Forderung Flanderns ein und hofft damit, Gespräche zwischen dem Bund, Flandern und der Region Brüssel-Hauptstadt zu einer dauerhaften Lösung für das Nachtflug- und Fluglärmproblem zu ermöglichen: „Doch wenn es zu keiner Lösung kommt, bevor die neue föderale Regierung im Amt ist, wird es an- ihr sein, die nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um diese ‚illegale Situation‘ gerade zu biegen.“

Kann ein Flughafen-Intendant helfen?

Der flämische Umweltverband BBL ruft die möglichen Mehrheitsparteien in der noch zu bildenden neuen belgischen Bundesregierung dazu auf, einen Intendanten für den Brüsseler Nationalflughafen zu bestimmen. Dieser sollte als unabhängige Mittelsperson Lösungen für die Probleme, die der Brussels Airport verursacht, suchen (Nachtfluglärm, Umweltverschmutzung, gesundheitliche Folgen für die Bewohner von Flugzonen rund um den Airport…).

Nur so könne man aus dem „politischen und juristischen Morast“ herausfinden, den diese Problematik seit vielen Jahren darstelle, so der Bund für eine bessere Umwelt. Der BBL schlägt als Mindestmaßnahme übrigens vor, die Fluglärm-Normen der Brüsseler Regionalregierung allgemein anzuwenden, „denn damit sind alle Bürger vor dem Gesetz gleich.“ 

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