Flanderns scheidender Landesminister für den flämischen Rand um Brüssel, Ben Weyts (N-VA), will das der Expressdienst DHL am Brussels Airtport weiter mit Frachtflugzeugen vom Typ Boeing 777 arbeiten kann. Laut Weyts habe Bundesverkehrsminister Georges Gilkinet (Ecolo) unlängst „heimlich“ eine Instruktion verfügt, nach dem solche Maschinen hier nicht mehr erwünscht sind. Weyts will jetzt einen regionalen „Interessenkonflikt“ ausrufen.
Politischer Streit um die Boeing 777 von DHL am Flughafen von Zaventem
Der Parcelservice DHL nutzt auch am Standort Brussels Airport in Zaventem in der Provinz Flämisch-Brabant am Brüsseler Rand Transportflugzeuge vom Typ Boeing 777 (die unter Fachleuten auch „Triple Seven“ genannt wird). Nach Ansicht von Landesminister Weyts sind dies „relativ große Flugzeuge, die leiser fliegen können, weil sie DHL nicht ganz vollladen muss. Da es sich hier allerdings um große Flugzeuge handelt, war DHL in den vergangenen 10 Jahren eine Ausnahme in der Nachtflugregelung gewährt worden.“
Doch Belgiens scheidender Verkehrsminister Georges Gilkinet (Ecolo) habe „heimlich“ diese Ausnahmeregelung außer Kraft gesetzt: „Die Folge wäre, dass DHL mit der Boeing 777 keine Nachtflüge mehr durchführen darf und diese notgedrungen durch Maschinen wie der Airbus A300 ersetzten muss. Das ist eine kleinere Maschine, die also voller geladen werden muss. Die Lärmbelästigung dieser Art der Nachtflüge kann um 60 % höher liegen.“
Interessenskonflikt
Weyts will jetzt seine Kolleginnen und Kollegen in der scheidenden flämischen Landesregierung darum bitten, einen „Interessenskonflikt“ gegen das Vorgehen von Gilkinet anzuberaumen, der in dieser Frage bereits eine gezielte Frage von Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) ignoriert habe: „Ein Interessenskonflikt scheint mir denn auch die letzte Möglichkeit zu sein, die Boeing 777 in Zaventem zu halten. Ein solcher Vorgang wird in Belgien bei Problemen zwischen den einzelnen Ländern und Region gebraucht, um für den einen nachteilige Beschlüsse durch den anderen zu blockieren bzw. zu deblockieren.
Angst vor einem Nachtflugverbot
Bundesverkehrsminister hatte vor den Sommerferien 2023 den Entwurf für ein ministerliches Dekret vorgelegt, mit dem die Belästigung durch Fluglärm rund um den Brussels Airport in der Hauptstadt und in den betroffenen flämischen Anrainergemeinden eingeschränkt werden sollte - inklusive eines totalen Nachtflugverbots zwischen 23 Uhr und 6 Uhr.
In Brüssel stieß dies auf Zustimmung, doch auf politischer Ebene auf flämischer Landesebene wurde dies mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Auch der Frachtbetrieb am Nationalflughafen in Zaventem sei für die Provinz Flämisch-Brabant ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor mit vielen Arbeitsplätzen. Probleme mit der Nachtflugreglung könnte Luftfrachtbetriebe wie DHL dort vertreiben, so die Befürchtung.
