Vorerst dürfen keine historischen Straßenbahnen mehr auf den Netzen an der belgischen Nordseeküste, in Antwerpen und in Gent mehr eingesetzt werden. Dies verfügte die regionale flämische Nahverkehrsgesellschaft De Lijn. Grund dafür war der Ausbruch eines Brandes an einer alten Tram während der Feiern zu 150 Jahre Straßenbahnen in Gent im Mai. Das Verbot stößt auf Kritik bei den Museumsvereinen.
Vorläufig keine historischen Straßenbahnen auf Flanderns Tramnetzen - Das stößt auf Kritik
Aus einer Untersuchung des Vorfalls ist ersichtlich, dass historische Straßenbahnen technisch gesehen nicht ausreichend ausgestattet sind, um auf modernen Netzen unterwegs zu sein, heißt es dazu von Seiten von De Lijn. Die regionale Verkehrsgesellschaft hatte einen Experten den Vorfall untersuchen lassen und dieser stellte Sicherheitsprobleme fest.
Um weitere Brände zu vermeiden, so die Expertise, müssen die alten Straßenbahnen den modernen Technologien der heutigen Tramnetze angepasst werden. Grund dafür ist die Oberleitung, durch die die Straßenbahnen ihren Strom bekommen.
Die Stromabnehmer von historischen Trams sind nicht mehr geeignet, aus der modernen Oberleitung von heute problemlos ihren Strom zu ziehen.
Darum untersagt De Lijn aus Sicherheitsgründen vorerst den Betrieb von historischen Trams auf den Netzen an der Küste sowie in Gent und Antwerpen.
Techniker werden sich jetzt mit dem Thema befassen und schauen, wie dieses Problem zu lösen ist.
Erst nach möglichen Anpassungen wird es wieder möglich sein, historische Straßenbahnen auf den öffentlichen Netzen zu erleben.
Das bedeutet, dass die noch für dieses Jahr vorgesehenen Tramparaden in Gent, Antwerpen und De Haan an der Küste ausfallen müssen.
Kritik an dieser Vorgehensweise
Das Flämische Tram- en Autobusmuseum (VlaTAM) in Berchem bei Antwerpen reagiert seht enttäuscht. „Es gibt mit Sicherheit Fahrzeuge, die eine Anpassung brauchen, doch gleich alle nicht mehr zulassen, ist übertrieben“, sagte Erik Heylen vom VlaTAM gegenüber VRT NWS. Jetzt seien alle alten Trams in die gleiche Ecke gestellt worden, so der Tramfan.
„Es gibt historische Straßenbahnen, die anders und moderner gebaut sind, also sollte man diesen Beschluss breiter treffen. Wir würden auch gerne wissen, welche Anpassungen an den Trams erforderlich sind. Dann führen wir sie auch aus.“
Das derzeitige Verbot führt dazu, dass das Tram- en Autobusmuseum keine Fahrzeuge für „Trammelant“ in De Haan und für die Antwerp Pride zur Verfügung stellen darf: „Für die Antwerp Pride hatte De Lijn selbst bei uns 2 historische Trams bestellt. Doch wenn wir nicht dürfen, dann darf keiner mehr etwas…“


