Die Brüsseler Büchergalerie Bortier ist in diesen Tagen fast leer. Nur noch der Buch- und Grafikladen Schwilden hat aktuell geöffnet. Die anderen Buch- und Antiquariatsläden sind schon um- oder ausgezogen. Inzwischen deutet sich konkreter an, was aus der Bortier-Galerie zwischen Zentralbahnhof und Grand’Place werden könnte. Offenbar führen mehrere regionale Bierbrauer Gespräche mit der Brüsseler Gebäudeverwaltung über eine dahingehende Nutzung, wie die Nachrichtenplattform BRUZZ in dieser Woche meldete.
Wird aus der Brüsseler Bortier-Galerie ein Zentrum für regionales Bier?
Die Brasserie de la Zenne, die mit ihrem Zinnebir überregional bekannt ist, und auch die Brasserie Surréaliste mit ihren prämierten Regionalbieren bestätigten gegenüber BRUZZ solche Gespräche. Laut Insidern gehört auch das Brussels Beer Project aus dem Dansaert-Viertel dazu. Laut Brüsseler Gerüchteküche sind wohl bis zu 8 regionale Brauereien im Gespräch, in der Bortier-Galerie ein regionales hier zu eröffnen.
Die Stadt Brüssel arbeitet in dieser Hinsicht mit einem bekannten Betreiber von originellen Gastronomiebetrieben zusammen, nämlich mit Thierry Goor, der Macher hinter den Brüsseler Food Markets Wolf und Fox.
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Für die Liebhaber von alten und historischen Büchern, Grafiken und anderen gedruckten Artefakten ist die Idee, hier Theken und Zapfhähne zu installieren, eine Beleidigung.
Eine Unterschriftenaktion für die Erhaltung des Büchermarktes wurde rund 13.000 Mal unterzeichnet. Doch nur höchstens 3 Buchhandlungen und Antiquariate sollen nach einer Renovierung wieder hier einziehen können, wie BRUZZ dazu meldet.
Sicher ist nur eines. Das Bierprojekt in der Bortier-Galerie hat nichts mit der Belgian Beer World im ehemaligen Börsengebäude im Zentrum zu tun. Im Gegenteil.
Man will sich deutlich davon abgrenzen, denn in dieser Bierwelt kommen regionale Biere kaum bis gar nicht vor, sondern quasi nur die Erzeugnisse der großen belgischen Brauerei- und Getränkekonzerne.
Andere Angebote?
Thierry Goor will offenbar nicht nur Brauereien in der Galerie ansiedeln, sondern auch Lebensmittelfachgeschäfte, wie BRUZZ weiter schreibt. Hendrik Dierendonck, der Gründer der gleichnamigen Schlachterei und Metzgerei aus Westflandern, die in Brüssel Filialen in Ukkel und am Sint-Katelijnen-Platz betreibt, deutete vor kurzem im Wirtschaftsfachblatt Trends/Tendences an, mit Goor im Gespräch zu sein.
Goor selbst sagte dazu, dass er an der Seele des Gebäudes der Bortier-Galerie nichts verändern wolle. Er wolle diesen „emblematischen Ort respektieren.“ Hier sollen seiner Ansicht nach neben den Brauern auch ein Metzger, eine Käserei, ein Literaturcafé, ein Fischhändler und ein Weinhandel einziehen. Ihm schwebt offenbar vor, im Oktober zu eröffnen. Buch- und Grafikhändler Schwilden hat noch keine neue Adresse…

