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In der Bortier-Büchergalerie
Inland
Wirtschaft

Die Buchläden aus der Bortier-Galerie verschwinden: Symptom für den Rückzug der kleinen Geschäfte aus Brüssel?

Die aus der Bortier-Galerie am Hinterausgang des Brüsseler Zentralbahnhofs verschwindenden Buchläden und Antiquariate zeigen eines der Symptome für den Rückzug von Einzelhandelsgeschäften aus der Brüsseler Region und hier speziell auch aus dem Stadtzentrum. Innerhalb der vergangenen 10 Jahre sind rund 1.000 Läden aus Brüssel verschwunden, wie die Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ dazu schreibt. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Aus der Bortier-Galerie an der Madeleinenstraat zwischen dem Brüsseler Zentralbahnhof und der Salle de la Madeleine müssen die teilweise seit Jahrzehnten dort ansässigen Buchläden und Antiquariate Platz für hippe Lebensmittelshops machen. Die Pläne der Stadt Brüssel sehen neben einem Fischgeschäft, einer Metzgerei, einem Bier- und einem Weinladen auch einen Blumenladen, ein Kunstcafé und möglicherweise einen Schallplattenladen dort vor.

Die Buchhändler, zumindest die, die noch in der Galerie sind, haben kein Verständnis für das Vorhaben, wie Philippe Capart vom Buchladen und Verlag Crypte Tonique gegenüber Bruzz sagt: „Es muss für die Stadt immer mondäner werden und viel Bling-Bling haben.“ Brüssele Bürgermeister Philippe Close (PS) entgegnet dem, dass man wissen, das die Händler sauer seien, „doch was sollen wir tun, wenn die alle nur pleitegehen?“

Das Problem begrenzt sich nicht nur auf die altehrwürdige Bortier-Galerie mit ihren schrulligen Buchläden, sondern ist in der ganzen Stadt und in der gesamten Hauptstadt-Region zu spüren.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Solche Geschäfte gibt es in Brüssel immer weniger

1.000 Läden in 10 Jahren verschwunden

Seit 2013 sind in der Region knapp 1.000 Geschäfte verschwunden. Heute gibt es hier noch 8.700 Einzelhandelsgeschäfte. Die Coronakrise mag viele Geschäfte getroffen haben, doch das erklärt noch nicht alles. Der Wandel setzte auch schon davor ein, weil viele Läden unter der Konkurrenz der Einkaufszentren und dem Onlinehandel aufgeben (müssen). Der Leerstand wird teilweise aufgefangen und zwar durch die Gastronomie. Wo sich Klamottenläden, Retail oder Elektrogeschäfte verabschieden, ziehen nicht selten Bistros, hippe Kaffeebuden oder Snackbars und Fastfood-Restaurants ein.

Inzwischen sind fast 5.700 Geschäftslokale in der Brüsseler Region zu Gastronomie-Einrichtungen geworden, 3 % mehr seit 2013. Physische Buchläden seien ein aussterbendes Gewerbe sagen Fachleute, doch die zunehmende „Hamburgerisierung“ der Innenstadt und der zunehmende Fokus auf Essen und Trinken sorge für ein Ungleichgewicht in Sachen Diversität.

Inzwischen hat Brüssels regionaler Handels- und Wirtschaftsminister Fabian Maingain (DéFI) dem im Stadtzentrum einen Riegel vorgeschoben, damit dieser Trend nicht mit rasendem Tempo voranschreitet. Doch verhindern kann er das wohl kaum… 

Überall in Brüssel weichen Geschäfte der Gastronomie

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