Khalid Benhaddou, der zwischen den pro-palästinensischen Demonstranten und der Universität Gent (UGent) vermitteln sollte, zieht sich nach 10 Tagen Verhandlungen und Gesprächen zurück. Das bedeutet, dass die Aktion mit der Besetzung eines Unigebäudes weiterläuft. Es droht eine Räumung des von studierenden Demonstranten aufgebauten Zeltlagers in dem betreffenden UGent-Gebäude.
Pro-Palästina-Proteste an der Genter Uni gehen weiter - Vermittler zieht sich zurück: "Sie wollen nicht zu einem Kompromiss kommen"
Die Demonstranten fordern weiter einen totalen Boykott Israels und das Ende aller Verbindungen zwischen der UGent und israelischen Einrichtungen. Inzwischen hat die Universität einige Kooperationen mit israelischen Einrichtungen oder Bildungsinstituten, die im Verdacht stehen, gegen Menschenrechte in Palästina zu verstoßen oder am Gaza-Krieg beteiligt zu sein, beendet oder die entsprechenden Verfahren laufen bereits. Die UGent berief sich dabei auf Untersuchungen durch den Menschenrechtsausschuss des eigenen Hauses.
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Doch die Studierenden und die Besetzer sind der Ansicht, dass dies nicht reicht. Nach 10 Tagen Verhandlungen und Gesprächen zieht sich jetzt Imam Khalid Benhaddou als Vermittler zurück. Diese Anstellung wurde von beiden Seiten akzeptiert und es gelang, beide Parteien an einen Tisch zu bringen, um eine Eskalation vermeiden zu können.
Und doch ist Benhaddou enttäuscht: „Ich wollte wissen, ob nach dem Gutachten der Menschenrechtskommission der UGent und den Reaktionen darauf, ein Kompromiss noch möglich war.“ Doch die Studierenden wollen ein Ende der Zusammenarbeit mit israelischen Unternehmen und auch, dass die Universität im Allgemeinen mehr auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz setzt.
Die eine Partei will nicht von ihren Forderungen abrücken und will keinen Kompromiss schließen. Dann hört für mich de facto das Vermitteln auf. Man kann ein Pferd zum Brunnen führen aber man kann es nicht dazu verpflichten, auch daraus zu trinken. Mein Auftrag endet also“
Khalid Benhaddou
Die Aktivisten bleiben bei ihren Forderungen und besetzen weiter ein Gebäude der Genter Uni. Damit erhöht sich die Möglichkeit, dass das Gebäude geräumt wird. Die Studierenden seien jetzt auf der Suche nach einem Fazilitator, der in ihrem Namen verhandelt und der ihre Belange beherzigt.
Doch das ist nicht die Rolle eines Vermittlers, so Benhaddou: „Das ist jemand, der in ihrem Namen verhandelt. Doch ein Vermittler lädt beide Parteien dazu ein, einen Mittelweg zu suchen.“
„Es wurde in der Kommunikation mit mir gestern (Sonntag (Red.)) noch einmal unterstrichen, dass die Aktivisten nicht zu einem Kompromiss kommen wollen. Wenn eine Partei dies resolut ablehnt, dann ist Vermittlung, was mich betrifft, nicht länger möglich.“

