Vor der israelischen Botschaft in der Brüsseler Gemeinde Ukkel kommt es seit Tagen zu teilweise gewalttätigen Protesten vor der Botschaft Israels. An der Universität von Gent (UGent) haben wochenlange Proteste ergeben, dass das dortige Rektorat die akademische Zusammenarbeit mit israelischen Einrichtungen beenden wird. Doch die Studierenden protestieren weiter und fordern einen totalen Boykott.
Die Genter Universität wird alle laufenden Kooperationen mit israelischen Forschungseinrichtungen und Unis beenden. Doch den pro-palästinensischen Aktivisten, die dort seit rund 3 Wochen ein Gebäude besetzen, reicht das nicht. Sie fordern, dass auch jedwede Zusammenarbeit mit israelischen Firmen beendet werden. Rektor Rik Van de Walle ließ in der Nacht zum Freitag in einer Mitteilung wissen, dass 18 Kooperationen beendet werden. Im Namen der UGent ruft er die EU dazu auf, den Assoziationsvertrag mit Israel zu aufzulösen.
Im Vorfeld hatte die Menschenrechtskommission der Universität alle Einrichtungen in Israel, mit denen die UGent zusammenarbeitet, einzeln Untersicht und festgestellt, dass diese problematisch sind, d.h. dass diese direkt oder indirekt am Menschenrechtsverletzungen beteiligt sind, enge Verbindungen zur Regierung haben oder direkt oder indirekt am Krieg im Gazastreifen beteiligt sind.
Anhaltende Proteste vor Israels Botschaft
Auch am Donnerstagabend versammelten sich wieder mehrere hundert Jugendliche und Studierende von verschiedenen Universitäten und Hochschulen aus der belgischen Hauptstadt im Brüsseler Stadtteil Ukkel vor der israelischen Botschaft, um gegen die Gewalt in Gaza zu protestieren (Video unten). Im Gegensatz zu den beiden Tagen davor, kam es hier nicht zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Ganz im Gegenteil: Die Demo hatte eher einen fröhlichen Charakter, denn es wurde auch getanzt und gesungen. Im Laufe des Abend zogen die Demonstranten in Richtung Ter Kameren-Wald und zur frankophonen freien Brüsseler Uni (ULB - Video ganz unten).
An den beiden Tagen zuvor kam es vor der israelischen Botschaft in Ukkel zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und den Protestierenden. Dabei wurde auch ein Wasserwerfer eingesetzt. Nach der ersten Eskalation am Dienstagabend haben 5 Demonstranten eine sogenannte „Kollektivanzeige“ gegen den Bürgermeister von Ukkel, Boris Dilliès (MR), und gegen die Lokalpolizei erstattet. Diese geben an, durch den Polizeieinsatz verletzt worden zu sein und führen an, dass Dilliès und die Polizei für die Eskalation gesorgt hätten.


