Die Brüsseler Regionalregierung hat sich für eine Verpflichtung der Öffnung des Stoclet-Palastes entschieden. Das bedeutet für die Besitzer des historischen Gebäudes, das seit 2002 unbewohnt ist und das seit 2009 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, dass sie sich dieser Anordnung unterordnen müssen.
UNESCO-Kulturerbe: Brüssel will den Stoclet-Palast für Besucher öffnen
Brüssels Staatssekretärin für das Kulturrebe und für Denkmalschutz Ans Persoons (one.brussels) sagte dazu: "So bringen wir dieses besondere Patrimonium unserer Region ins Zentrum der Aufmerksamkeit und versuchen wir, es für jeden zugänglich zu machen."
Damit ruft sie auch die Familie Stoclet dazu auf, an einer Lösung für das Anwesen mitzuarbeiten: "Wir wollen diese Gelegenheit dazu nutzen, der Familie einen Brief zu schreiben, mit der Bitte um ein Treffen und ein Gespräch im Geiste einer konstruktiven Zusammenarbeit. Ich bin davon überzeugt, dass ein offener Dialog zwischen allen Interessierten essentiell dafür ist, dass der Stoclet-Palast zumindest beschränkt geöffnet werden kann, damit alle dieses einmalige Kulturrebe erleben können."
Palast 1911 fertiggestellt
Der Stoclet-Palast ist eine Villa, die zwischen 1905 und 1911 in der Tervuerenlaan in der Brüsseler Gemeinde Sint-Pieters-Woluwe gebaut wurde. Architekt war Josef Hoffman und das Stoclet-Fries, im Speisesaal stammt von Gustav Klimt. Einige Skulpturen im Inneren des Palastes sind von George Minne und Gemälde im Musikzimmer sind von Fernand Khnopff.
Das Gebäude ist seit 2002 unbewohnt und seit 2009 gehört er zum UNESCO-Welkulturerbe. Er gilt als eines der wichtigsten Gebäude der Art Nouveau in der Brüsseler Hauptstadt-Region, bleibt jedoch für die Öffentlichkeit verborgen. Die Familie Stoclet weist darauf hin, dass das Gebäude und seine Einrichtung fragil seien und dass eine Öffnung nicht ohne Risiko sei.
Ordonnanz
Die entsprechende Ordonnanz der Brüsseler Regionalregierung verpflichtet alle Besitzer von UNESCO-Kulturgütern hier dazu, alle bisher nicht öffentlichen Gebäuden an mindestens 10 Tagen pro Jahr für die Öffentlichkeit zu öffnen. Dies soll die Familie Stoclet dazu bewegen, sich dem nicht zu widersetzen.

