Erneut protestieren Landwirte in Brüssel gegen einen zu hohen Verwaltungs- und Vorschriftendruck und für bessere Preise für ihre Erzeugnisse. Dieses Mal richten sich die Proteste vor allem gegen die Europäische Union und hier auch gegen das Mercosur-Handelsabkommen mit Südafrika. Seit den frühen Morgenstunden strömen die Landwirte mit ihren Traktoren in die belgische Hauptstadt, in der wieder ein Verkehrschaos entstanden ist.
Bauernproteste gegen die EU: Wieder rollen Traktoren durch Brüssel
Die Landwirte protestieren weiter gegen einen zu hohen Verwaltungs- und Vorschriftendruck, für bessere Preise für ihre Erzeugnisse, für bleibende bzw. steigende Zuschüsse und gegen zu viel Landschafts- und Naturschutz auf ihren Ertragsflächen. Während in Belgien Gespräche auf Landes- und Bundesebene nach und nach zu Abkommen führen, richten sich die Proteste jetzt gegen die EU.
Aufgerufen zu dieser Demo hat die europäische Organisation Via Campesina (ECVC), die kleine und mittelgroße Agrarunternehmen vertritt. Aus Belgien sind Landwirtschaftsverbände aus Flandern, der Wallonie und Ostbelgien mit dabei.
Mercosur
Neben den oben angeführten Punkten richtet sich der Protest der Bauern auch gegen das Handelsabkommen der EU mit den südamerikanischen Mercosur-Länderverband (zu dem Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay gehören). Hierbei werden die Landwirte übrigens von den grünen Parteien unterstützt.
Dieses Handelsankommen, zu dem seit 2019 ein Prinzip-Abkommen getroffen wurde, führe zu weiterem Abholzen des Amazonas und zu unlauterem Wettbewerb, so Landwirte und Grüne. Es könne nicht sein, dass man aus Südamerika billige Agrarprodukte auf den europäischen Markt bringe, die nicht den sozialen, den Umwelt- und Tierschutzvorschriften der EU entsprechen würden.
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Wo sorgt die Bauerndemo für Probleme?
Am frühen Morgen zogen dutzende Traktoren in das historische Stadtzentrum von Brüssel in Richtung Großer Markt. Doch die Proteste konzentrieren sich vor allem auf das Europaviertel. Hier werden ab 11 Uhr Landwirte mit hunderten Traktoren am Schuman-Platz protestieren, während sich die EU-Agrarminister in den Unions-Gebäuden zu Gesprächen treffen. Erst gegen 17 Uhr wird mit einem Ende der Proteste gerechnet.
Aus Vorsicht sind die Bahnhöfe Schuman und Luxemburg sowie die entsprechenden Metrostationen geschlossen. Das betrifft auch die nahegelegene Metrostation Maalbeek. Die Brüsseler Verkehrsbehörden sperrten auch die Belliard- und die Wetstraat. Heftige Verkehrsprobleme werden am Brüsseler Innenstadtring (z.B. an der Kreuzung Kunst/Wet) erwartet, am Ring R20 und am Reyers- sowie am Jubelpark-Tunnel.
Die Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft MIVB/STIB erwartet Probleme auf den Tramlinien 7, 25, 39, 44, 62, 81, 92 und 93 sowie auf den Buslinien 12, 21, 27, 29, 34, 38, 46, 48, 49, 50, 52, 54, 56, 60, 61, 63, 64, 65, 66, 71, 74, 75, 79, 80 und 95. Hier wird dazu geraten, die Premetro und die Metro zu nutzen.

