Der flämische YouTuber Acid, mit bürgerlichem Namen Nathan Vandergunst (24, Foto) wurde zu einer 3-monatigen Haftstrafe auf Bewährung und einer Geldstrafe von 800 Euro verurteilt. Außerdem muss er 20.000 Euro Schadenersatz zahlen, weil er in einem Video den Namen eines ehemaligen Mitglieds der umstrittenen flämischen Studentenvereinigung Reuzegom genannt hatte. Dieser wurde zu Unrecht mit einer Studententaufe in Zusammenhang gebracht, bei der ein junger Mann ums Leben gekommen war.
Crowdfunding für YouTuber Acid zur Zahlung von Schadensersatz sammelt bereits über 100.000 Euro
Nathan Vandergunst, wie Acid im wirklichen Leben heißt, reagierte auf das Urteil in dem Verfahren gegen ihn erst angeschlagen. Der YouTuber war wegen elektronischen Stalkings verurteilt worden, weil er in einem Video nach dem Prozess um den Tod des Studenten Sanda Dia die Namen von (Ex-) Mitgliedern der umstrittenen Studentenvereinigung Reuzegom genannt hatte.
Vandergunst wurde zu einer Gefängnisstrafe von 3 Monaten auf Bewährung und einer Geldstrafe von 800 Euro verurteilt. Außerdem muss er einen vorläufigen Schadenersatz von 20 000 Euro an die Firma der Eltern eines von ihm genannten Reuzegommers zahlen. Ihnen gehört ein Restaurant in Antwerpen, das durch das Video geschädigt wurde.
Überschüssiges Geld an die Stiftung Sanda Dia
Donnerstagabend teilte Vandergunst in einem neuen YouTube-Video mit, dass er ein Crowdfunding startet, um den Schadenersatz zu finanzieren. "Ich sehe, dass eine Menge Leute ein GoFundMe oder Crowdfunding gestartet haben. Ich danke euch sehr, aber es sind sehr viele und es wird ein bisschen schwierig. Deshalb habe ich selbst eine Unterstützungsaktion unter meinem Namen gestartet."
Diese Aktion hat bereits 100.000 Euro eingebracht (Stand Donnerstagabend). Acid wird das überschüssige Geld an die Sanda Dia Foundation weiterleiten, versicherte er in seinem Video.
Es bleibt abzuwarten, ob Vandergunst die Entschädigung überhaupt zahlen muss. Sein Anwalt, Walter Van Steenbrugge kündigte and, dass Acid in Berufung gehen wird. "Dies müsste ein Freispruch werden", erklärte er ohne Umschweife.
Worum geht es in dem Fall?
Ende Mai 2023 teilte Nathan Vandergunst - besser bekannt als Acid - ein Video auf YouTube. In dem 11-minütigen Video erwähnte er 4 Mitglieder Studentenvereinigung Reuzegom namentlich. Er zeigte Bilder und gab ihren Beruf an.
Während eines Taufrituals unter entwürdigenden Bedingungen der Studentenvereinigung im Jahr 2018 starb der 20-jährige Student Sanda Dia. 18 Clubmitglieder wurden 2023 u. a. wegen vorsätzlicher Tötung und entwürdigender Behandlung verurteilt. Sie wurden zu gemeinnütziger Arbeit und einer Geldstrafe verurteilt.
Zu den Namen, die Acid in seinem Video nannte, gehörten einige ehemalige Mitglieder der Studentenverbindung, die bei diesem Prozess nicht vor Gericht standen. Das Video wurde Hunderttausende Male aufgerufen - bevor es von YouTube entfernt und Vandergunst (vorübergehend) gesperrt wurde.
Die Staatsanwaltschaft beschloss, keine Ermittlungen einzuleiten, aber der Anwalt einer der Reuzegom-Mitglieder klagte Acid persönlich an, und zwar wegen elektronischen Stalkings, Verleumdung und Diffamierung sowie Verstößen gegen das Gesetz über die Weitergabe persönlicher Daten im Internet.

