Am Montagvormittag trafen sich Vertreter der flämischen Landesregierung und der Bauernverbände in Brüssel erneut zu Gesprächen darüber, wie man der Landwirtschaft entgegenkommen kann. Die Landwirte fordern einen besseren Schutz für ihre Agrarflächen sowie einen Abbau der Verwaltungshürden. Inzwischen kursieren Aufrufe in den sozialen Netzwerken an die Bauern, am Dienstag den Hafen von Antwerpen zu blockieren.
Flanderns Regierung spricht mit den Bauern - Proteste und Blockaden am Antwerpener Hafen angekündigt
In den vergangenen Wochen haben Landwirte im ganzen Land protestiert und teilweise heftige und lange andauernde Blockaden von Autobahnen, Verkehrsknotenpunkten, Industriegebieten (wie der Hafen von Zeebrügge), Vertriebszentren von Warenhausketten oder Supermärkte organisiert. Inzwischen laufen auch in den belgischen Regionen und auf Bundesebene Gespräche mit den Bauernverbänden, um adäquate Lösungen für die Probleme der Landwirte zu finden.
In Flandern gestaltet sich dies nicht ganz so einfach, da die Mehrheitsparteien unterschiedliche Ansichten und Lösungsansichten vorbringen. Hier sind Landwirtschaftsminister Jo Brouns von den Christdemokraten CD&V und Umweltministerin Zuhal Demir von den Nationaldemokraten N-VA am Zug…
Ob es zu schnellen Lösungen kommen kann oder wird, ist abzuwarten. Die Zeit drängt.
Inzwischen kursieren in den sozialen Medien Aufrufe zu neuen Protesten. Erboste Landwirte wollen am Dienstag alle Zufahrten zum Hafen von Antwerpen blockieren. Damit ist aber nicht jeder einverstanden. Die flämischen Bauern- und Agrarverbände haben zu erkennen gegeben, dass die diese und ähnliche Vorhaben nicht unterstützen und dass sie davon abraten, daran teilzunehmen.
Was sagen die Naturschützer?
Gleichzeitig saßen Vertreter der flämischen Umweltschutzverbände „Bund für eine bessere Umwelt“ (BBL) und Natuurpunt mit Flanderns Landeschef Jan Jambon (N-VA) zusammen, um über die Auswirkungen von Maßnahmen im Sinne der Landwirtschaft zu sprechen. Die Naturschützer sind der Ansicht, dass die Politik „Panik-Fußball spielt“ und zu schnell auf die Forderungen der Bauern eingeht. Man solle vielmehr darüber reden, wie und womit man den Bauern helfen kann, vernünftige Erträge einzufahren und gleichzeitig die für sie letztendlich lebenswichtige Natur zu schützen.


