Flandern und die Euregio Maas-Rhein sowie die Provinz Limburg bemühen sich nicht erst seit gestern, das Einstein-Teleskop in die Region zu bringen. Dieses wissenschaftliche Projekt verspricht auch wirtschaftlich interessant zu sein. Doch ist die vorgesehene Region, die Voeren in Flämisch-Limburg, mit ihrer Bodenbeschaffenheit wirklich dazu geeignet, ein solches Unternehmen zu beheimaten? Dies sollen Probebohrungen ergeben.
Einstein-Teleskop: Bohrungen in den Voeren sollen zeigen, ob diese flämische Region ein geeigneter Standort ist
Das Einstein-Teleskop soll in rund 250 Metern Tiefe Schwerkraftwellen im All analysieren. Jetzt plant das Projektbüro „Einstein Telescope MR“ Bohrungen, um feststellen zu können, wo das Projekt entstehen soll. Neben den Voeren in Flämisch-Limburg ist auch das italienische Sardinien noch im Rennen.
Im kommenden Sommer sind in der gesamten Region um die Voeren herum Probebohrungen geplant: 4 direkt in den Voeren und 7 weitere im Rest des Kerngebietes in der angrenzenden Wallonie und im Süden der niederländischen Stadt Maastricht.
Bodenbeschaffenheit
Es sei für den Projektbetreiber äußert wichtig, sich ein Bild über die Bodenbeschaffenheit in den Voeren und darüber hinaus machen zu können, so Professor Thomas Hertog von der Universität Löwen (KU Leuven) in Flämisch-Brabant:
„In die Bohrlöcher werden Sensoren eingebracht, um seismische Aktivitäten und das Oberflächengeräusch zu messen. Man will wissen, in welchem Maße Aktivitäten an der Oberfläche Schwingungen und Vibrationen entstehen, die man auch noch in der Tiefe spüren kann.“ Dabei ist zum Beispiel an die Industrie gedacht, aber auch an den Zugverkehr oder an Windräder.
Felsenbeschaffenheit
Nebenbei muss auch die unterirdische Felsenbeschaffenheit genau ins Bild gebracht werden, denn wenn diese sich als zu brüchig erweisen, sind sie vielleicht nicht geeignet bzw. verteuern das Projekt erheblich, so Professor Hertog gegenüber der flämischen Tageszeitung Het Laatste Nieuws und VRT NWS.
Ist das der Fall, dann bleibt nur noch Sardinien als Standort für das Einstein-Teleskop übrig: „Man muss in hartem Gestein bauen können. Andererseits muss eine sachte obere Lage vorhanden sein, die Geräusche und Schwingungen dämpft. Dies ist eigentlich an der nördlichen Seite der Ardennen und südlich von Maastricht der Fall. Diese Lage ist etwa 100 Meter dick.“

