Zum Hauptinhalt springen
Archivbild nur zur Illustrierung
Inland
Justiz

Terrorpläne bestätigten sich nicht: Verdächtige, die in einem Flixbus festgenommen worden waren, freigelassen

Die drei Verdächtigen, die am Donnerstag in Wetteren im Flixbus von Lille (Frankreich) nach Brüssel festgenommen worden waren, nachdem eine Person behauptet hatte, Äußerungen im Zusammenhang mit einem geplanten Anschlag gehört zu haben, wurden wieder freigelassen. Dies teilte die Staatsanwaltschaft von Ostflandern mit. Eine tatsächliche terroristische Bedrohung konnte nicht festgestellt werden. Laut der Anwältin eines von ihnen seien die drei jungen Männer "sehr schockiert" über den Vorfall.

Veröffentlicht:

Der Flixbus war am Donnerstag von Lille in Frankreich aus in Richtung Brüssel unterwegs. Ein Fahrgast alarmierte die Polizei, nachdem er glaubte, andere Fahrgäste über einen geplanten Anschlag sprechen zu hören. Der Bus wurde daraufhin zur Polizeistation in Wetteren weitergeleitet. Die drei Personen, die angeblich von einem Anschlag sprachen, wurden zur Befragung festgenommen.

Das Fahrzeug wurde von außen kontrolliert und die 46 Personen, die sich an Bord befanden, einschließlich des Fahrers, stiegen einzeln mit erhobenen Händen aus dem Fahrzeug aus. Anschließend wurde der Innenraum mit zwei Sprengstoffspürhunden durchsucht. Auch das Gepäck wurde kontrolliert. Die Kontrolle verlief negativ, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

Die drei Verdächtigen wurden zunächst festgenommen, aber nach einer langen Vernehmung schließlich wieder freigelassen. Es gab in der Tat keine Hinweise darauf, dass es sich um eine terroristische Bedrohung handelte, erklärte die Staatsanwaltschaft. "Es scheint, dass der Zeuge die Situation falsch eingeschätzt hat. Er hat die Äußerungen in der Annahme wiedergegeben, dass er das Richtige tut. Wir haben uns alles angesehen und die Aussagen überprüft, aber es gibt keine Hinweise darauf, dass es sich tatsächlich um eine terroristische Bedrohung handelte", sagte Hanne Olivier, Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Die Verdächtigen waren Mittzwanziger, die am Donnerstag von Zaventem nach Australien fliegen sollten, um dort zu arbeiten. Im Bus sollen sie "eine kleine Diskussion" über die zu besetzenden Plätze geführt haben. "Mein Mandant und seine Freunde haben dann untereinander Witze gemacht. Ein anderer Fahrgast rief dann von der Bustoilette aus die Polizei und erklärte, dass die drei Männer einen Anschlag planten", sagte An Van de Stehen, die Anwältin einer der Verdächtigen.

Ihrer Meinung nach sei nichts über einen Anschlag gesagt worden. "Wir wissen nicht, warum der Passagier dies behauptete. Seine Geschichte schien unklar zu sein. Der Passagier soll sogar gesagt haben, dass die drei Männer Flaschen an Bord genommen hätten, in denen sich eine gefährliche Substanz befunden haben soll.“

Was wird nun aus den Australienplänen?

Die Anwältin sagte auch, dass ihr Mandant von dem Polizeieinsatz sehr schockiert war. "Er hatte eine Arbeitserlaubnis, um nach Australien zu reisen. Sein Flugzeug sollte am Donnerstagnachmittag abfliegen. Er hat es also verpasst. Ein Ticket nach Australien kostet viel Geld. Wir wissen noch nicht, ob er jetzt abreisen kann. Sein Traum ist geplatzt.“

Es bleibt abzuwarten, ob der junge Passagier jemals nach Australien einreisen kann. Dieses Land ist sehr streng. "Ich hoffe, dass man ihn nicht mit diesem Vorfall in Verbindung bringt und dass er keine Auswirkungen auf seine Arbeitserlaubnis hat".

Die Staatsanwaltschaft Ostflandern betont, dass sie die Bürger auf keinen Fall davon abhalten will, verdächtige Vorfälle zu melden. "Das ist immer noch nützlich, auch wenn sich später herausstellt, dass es sich um einen Fehlalarm handelte". Die Anwältin An Van de Steen versteht, dass die Polizei reagieren musste. „Aber die Konsequenzen für die drei jungen Männer sind natürlich nicht angenehm".

Der Zeuge, der die Äußerungen über eine terroristische Bedrohung gemeldet hat, wird nicht strafrechtlich verfolgt, da es keine böswillige Absicht gegeben zu haben scheint, wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte.

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5