Die Feuerwehr in Brüssel will im neuen Jahr vermehrt auf alternative Methoden setzen, um Präventionskampagnen gegen Gewalt gegen Einsatzkräfte bei Jugendlichen auf den Weg zu bringen. Die vergangene Neujahrsnacht hat einmal mehr gezeigt, dass Angriffe auf Feuerwehr, Polizei und Notfallteams inzwischen ein Riesenproblem sind.
Gewalt gegen Einsatzkräfte: Brüssels Feuerwehr will Influencer einschalten, um bestimmte Bevölkerungsgruppen zu erreichen
„Wir werden bei den Jugendheimen vorbeischauen und Influencer einschalten“, heißt es bei der Brüsseler Feuerwehr. Bestimmte Bevölkerungsgruppen seien über die klassischen Medien und PR-Kampagnen einfach nicht mehr zu erreichen, so die Begründung für diese Vorgehensweise.
In der Silvesternacht wurde die Brüsseler Feuerwehr zu rund 600 Einsätzen gerufen und dabei kam es dutzende Male zu Angriffen und zu Beschießungen mit Böllern und Feuerwerkskörpern.
Doch dieses Phänomen beschränkt sich bei weitem nicht nur auf besondere Anlässe sondern entwickelt sich auch in der belgischen Hauptstadt zu einem Dauerproblem. Brüssels Feuerwehrsprecher Walter Derieuw bedankte sich bei der Polizei für den Beistand in solchen Fällen: „Doch es ist unbegreiflich, dass wir ins Visier genommen werden. Als Hilfeleister stehen wir Tag und Nacht parat. Es geht dabei nicht um Banalitäten, sondern man versucht und gezielt zu verletzen und Schaden anzurichten.“
Wir versuchen unseren Leuten deutlich zu machen, dass sie das nicht normal finden dürfen. Das ist kein ‚part of the job‘, sondern das ist inakzeptabel.“
Brüssels Feuerwehrsprecher Walter Derieuw
Die Direktion der Brüsseler Feuerwehrkorps drängt ihre Mitarbeiter inzwischen dazu, jeden Angriff - und sei er noch so harmlos - zur Anzeige zu bringen: „Wir versuchen unseren Leuten deutlich zu machen, dass sie das nicht normal finden dürfen. Das ist kein ‚part of the job‘, sondern das ist inakzeptabel.“
Jetzt sollen Präventionsmitarbeiter der Feuerwehr auf die Jugendlichen nicht nur in den „Problemvierteln“ zugehen und zwar mit Besuchen in Jugendheimen und -zentren. Dabei soll gezeigt werden, wer die Feuerwehr ist und was sie für die Gesellschaft tut.
Da man sich allerdings dessen bewusst ist, dass man bestimmte gesellschaftliche Kreise nicht mehr auf die klassische Art und Weise erreichen kann, setzt man her in Zukunft auch verstärkt auf Auftritte in den sozialen Medien und möchte dazu auch Influencer einschalten.


